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werden dadurch nich in die zarten noch unver⸗ dorbenen Kinderſeelen die Keime des Arg⸗ wohns umd Mißtrauens geſeukt? Nicht die Liebe zu den Menſchen, die ſchünſte Blüthe imn Leben, vernichtet? Wein man, indem ein beſſeres eſühl ſch regt/ die unſchuldigen Kleinen mitten in der Nede ſortſchicktt, muß nicht bey den Kindern der Gedaukke erzeugt werden, daß die Aeltern etwas Umrechtes etwas Unerlaubtes reden! Dber, wenn mau⸗ ſih in Gegenwart ſeiner Kiuder, ſü wveit ver⸗ ißt: ſeine ingendliche Thorheiten zu erzählen, wohl gar iber religisſe Gegengände in einem⸗ leichtſiunigen Tone zu reden, was wird und kann anders die Folge ſehn, als daſf ſie in ihulichen Neden und Handlungen ſich bereche⸗ tigt füßlen? Deuu nie il der Hang jum Nach⸗ ahmen gewalliger., als in dem Alter der Kindheit, und mehr als die nachdruckvollſten Lehren, die beredeſten Ermahnungen, wirkt das Beyſdiel der Aelteen, weil ſie junächſt die Liebe, das Intrauen und die Achtung der Kinder beſihen.


