Aufsatz 
Untersuchungen auf dem Gebiete der deutschen Urgeschichte / ... Jacobi
Entstehung
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Schriftsteller auch nur eine Andeutung, dass die Römer ihr Land betreten, oder sei es in Krieg oder Frieden, nach jener Niederlage des Ariovist, mit ihnen in irgend eine Berührung gekommen wären. Selbst bei dem letzten grossen Aufstand der Gallier im Jahre 52, wo alle Völker Galliens zu den Waffen griffen, und daher auch namentlich von Cäsar aufgeführt werden, wird ihrer auch mit keiner Silbe gedacht.

Soviel scheint mir aus dem Gesagten hervorzugehen, dass die gewöhnliche Ansicht von der Ansiedlang und den Wohnsitzen der Nemeter, Vangionen und Triboccher in Gallien sich mit Cäsar und seinen Angaben nicht in Uebereinstimmung bringen lässt. Wer daher dieser Ansicht folgt und dieselbe in Caes. IV, 10 u. VI., 25 bestätigt zu sehen glaubt. der muss zugeben, dass Cäsar sich selbst widerspreche ²), dass er be seiner Erzählung vom Kriege mit Ariovist nicht nur vieles Wiehtige und zur Sache Ge- hörige absichtlich verschwiegen habe, sondern dass diese ganze Erzählung durchaus un- glaubwürdig und unwahr sei, und dass er endlich fälschlicher Weise jene fünf Belgischen Völkerschaften die einzigen Germanen in Gallien nenne. Wer das nicht zugeben kann, der muss nothwendig jene Ansicht verwerfen. ild

Es gibt freilich noch einen Ausweg, um alle diese Bedenken zu heben. Angenom- men nemlich, dass die Nemeter u. s. w. gar keine Germanen, sondern Celten waren, die nur mit jenen aus irgend einem Grunde gemeinsame Sache gemacht hatten so lösen sich alle Widersprüche bei Cäsar, und es wird vollkommen begreiflich, warum er sie nicht aus Gallien vertrieb und doch von Vertreibung der Germanen sprechen konnte, und eben so, warum er keine Germanen westlich vom Rhein, als jene in Belgien kennt. Zufällig aber ist die Germanische Abstammung dieser drei Völkerschaften durch die klarsten und unverwerflichsten Zeugnisse der Alten gegen jede Anfechtung gesichert ²³).

Nachdem wir zu diesem Ergebniss gelangt sind, liegt uns nun ob, die Zeit zu be- stimmen, in welcher jene Völker ihre Sitze in Gallien erhalten haben. Aber hier fehlt es ganz an genauen Nachrichten, da wie schon erwähnt, kein einziger Schriltsteller von einer Uebersiedelung derselben, geschweige denn von der Zeit, in welcher diese Statt

¹) b. G. VII, 75 2) man vergl. nur IV, 10 u. VI, 25 mit VI, 2. 32 und mit 1, 53. 54.

³) Caes. I, 51. Strob. IV. p. 133. Plin. H. N. IV, 31 und vor Allen Tac. Germ. c. 28, Ipham Rheni ripam haud dabie Germanorum populi colunt, Vangiones, Triboci, Nemetes e. c. t.