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die letztern dagegen wohnten südlich von den andern in dem pagus alsacinsis. So war es nach Tacitus schon im Jahre 50 nach Chr Geb. ¹). Es müssten also zwischen Cäsar's Zeit und dem Jahre 50 n. Chr. grosse Veränderungen mit den Wohnsitzen dieser Völ- ker vorgegangen, die Nemeter aus Helvetien in das heutige Rheinbaiern, die Triboccher dagegen aus der Nähe von Mainz in die Gegend von Strassburg versetzt worden sein. Und doch melden die alten Schriftsteller von diesen Verpflanzungen gerade eben so wenig etwas, wie von einer Uebersiedelung dieser Völker nach Gallien(s. oben S. 2), ein Beweis, dass in diesem Punkte die eine Annahme gerade so viel für sich hat, als die andere.
Wenn wir dies Alles erwägen, so werden wir uns wohl veranlasst sehen, eine andere Erklärung der oft angeführten Stellen Cäsar's und Strabo's zu versuchen. Ich ſinde eine solche Auslegung auch schon von einigen Schriftstellern angenommen. So setzt Huschberg jene drei Völker sämmtlich diesseit des Rheines an den Saum des Hercynischen Waldes und glaubt, dass sie erst unter der Regierung August's von da nach Gallien verpflanzt worden seien ²). In der That haben auch die Namen von deut- schen Völkern des rechten Rheinufers mitten unter lauter Gallischen Völkerschaften an jenen Stellen nur darum soviel Anstössiges und Auffallendes, weil uns diese Völker und ihre Wohnsitze gar zu wenig bekannt sind, und das Auffallende würde grossentheils schwinden, wenn wir an ihrer Stelle andere bekanntere deutsche Völker setzen könnten. Man versuche z. B. nur statt Tribucorum IV, 10 Ubiorum zu lesen und frage sich, ob man an diesem Namen irgend einen Anstoss nehmen würde. Ich wenigstens glaube das nicht. Cäsar aber mochten die Namen jener Völker und ihrer Wohnsitze gerade so bekannt sein, als die der Ubier.
Was dann Strabo und seine oben besprochene Uebereinstimmung mit Cäsar betrifft, so lässt sich diese auch so erklären, dass die früheren Wohnsitze der Triboccher in Germanien der späteren Niederlassung derselben in Gallien gerade gegenüber lagen, so dass sie bei ihrer Uebersiedelung nur von der einen Seite des Rheines auf die andere
¹) Tacit. Ann. XII, 27.—
2²) Huschberg, Gesch. der Alem. u. Franken. S 17. Auch Oudendorp hält es für sehr zweifelhaft, ob zu Cäsar's Zeit schon die Nemeter und Vangionen auf dem linken Rheinufer gewohnt hätten vergl. dessen Kommentar zu Cäsar Tom. I. S, 490— vergl. auch Wilhelm Germ. S. 120 ff.


