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haben kann, sondern immer bei sich gehabt haben muss. Will man aber auch 16„₰= lieber gleich durch sermo übersetzen, so kommt, meint Tertullian, die Sache auf dasselbe hinaus; denn insofern das vernünftige Denken als inneres Selbstgespräch des Denkenden aufgefasst werden kann, hatte Gott zugleich mit jenem auch schon dieses in sich, so dass auch bei der Uebersetzung von 1⁶₰0½ qurch sermo das voranfängliche Sein desselben erwiesen und die an- fängliche Zeugung desselben zurückgewiesen ist.
Es ist interessant zu beobachten, wie Tertullian, indem er im Folgenden diesen Zusammenhang von Vernunft und Rede an den betreffenden Vorgängen im Inuern des Bildes Gottes, d. h. der menschlichen Seele, nachzuweisen versucht, sofort wieder zu einer Neuc, bez. Weiterbildung gedrängt wird.»Was du auch denkst, sagt er da unter andern, ist Wort; denn was du denkst, du musst es sprechen in der Seele; indem dir also bei jeder Bewegung deines Gedankens die Vernunft zugleich mit der Rede entgegentritt(occurrente ea tibi cum sermone), musst du auch bei jedem solchen innern Selbstgespräch das Wort als Mitsprecher ⁰⁸⁴) gulassen. So ist in dir gewissermassen zu zweit das Wort, durch welches du sprichst, indem du denkst(per quem loqueris cogitando) und qurch welches du denkst, indem du(bei dir) sprichst (per quem cogilas loquendo). Es ist deutlich, dass durch diese und andere oben übersetzte Wendungen(8. auch A. 67) das oben gebrauchte sermonalis indirect erklärt werden soll.
Die Bildung sermonalis gehört zu denen, welche aufs deutlichste das Werden der Form durch ihr örtliches Vorkommen veranschaulichen. Denn jenen Gegnern gegenüber, welche das Wort als den Sohn Gottes erst von da an für gemacht erklärten, als Gott laut sprach (Gen. 1, 3), musste Tertullian zeigen, dass der 1608, insofern er als ratio nach psychologischen Grundsätzen eher zu setzen ist als als sermo, eben schon vor allem Anfang Gott immanent war und dass, wenn Gott die Eigenschaft des 1ονάαόε nicht abgesprochen wurde, der à6 ¼₰ insofern in Gott ein vorceitliches Dasein führte, als Gott eher als rationalis denn als sermonalis zu setzen ist. Wenn nach Schulz(Synonymik S. 181) und Heynichen(Lexicon s. v.) opatio»die Rede als Fähigkeit der Gedankendarstellung dureh Worte« ist und wenn bei OCicero in den betreffenden Stellen darum ratio und oratio immer eng verbunden erscheinen, so würde Tertullian vielleicht in den oben angeführten Stellen besser oratio haben anwenden müssen; dann hätte er aber auch, wenn er zu keiner Neubildung greifen wollte, für den ent- sprechenden adjectivischen Ausdruck oratorius gebrauchen müssen, was wegen der besondern technologischen Bedeutung desselben nicht angänglich war; soll ferner die oratio»auf Andere wirken“«, so würde es bei einer Verwendung von oratorius haben scheinen können, wie wenn Tertullian die von ihm doch gegen Hermogenes so lebhaft verteidigte Schöpfung aus dem Nichts hätte in Frage stellen wollen, indem er zwar leugnete, dass Gott vor allem Anfang»durch seine Rede auf Andere wirkend« war, dabei aber die Möglichkeit einer späteren derartigen Thätigkeit Gottes stillschweigend offen liess. Wollte man aber an lingua etwa als»Sprech- fähigkeit überhaupt« denken, so gab es hierzu wieder noch keine adjectivische Bildung. Tertullian ist zwar um dergleichen nicht verlegen; denn er bildet linguatus in Erinnerung an Act. 17, 21: ASnvαεοι— els 05» Lregoν eiνε᷑αςοα i X4†eir ri i drouen 2⁴α.QꝙRem³½/=9O ⁵⁷) und
66) Prax. 5: Loquaris illud in animo necesse est, et dum loqueris, collocutorem pateris sermonem in quo inest haec ipsa ratio qua cum eo cogitans loquaris, per duem loquens cogitas.
*7) An. 3: Athenis enim expertus linguatam civitatem, cum omnes illic sapientiae atque facundiae caupones degustasset, etc.


