Aufsatz 
Die Grundsätze und Mittel der Wortbildung bei Tertullian : Fortsetzung / von G. R. Hauschild
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Rang nach(= principatus potestativus, Herm. 19), wie aus der directen Erklärung»id est quid cui praeest« und aus deren Gegensatz officium hervorgeht; wie es ferner erhärtet wird durceh die synonymen Ausdrücke summa omnis und patrocinium, welches letztere wieder durch seinen Gegensatz instrumentum hinreichend erklärt wird. ³⁵) Dass principalitas gerade in letzterem Sinne lebenskräftig wurde, wenn es nicht etwa schon im Munde von Tertullian's Zeitgenossen lebendig war, zeigt seine Erhaltung im Französischen als principauté, im Englischen als principality u. s. w.

3) r5 o*†ρν(orινeς, Xoriασναννε u. ä.).

Die Erwähnung dieses terminus findet sich bei Zurückweisung der Lehre von der Teilung der Seele, und zwar bei Erwühnung der von Posidonius angenommenen Zwölf- teilung derselben, bei welcher dieser von zwei Hauptmerkmalen derselben, dem irοeuενινουν und dem 1*ν₰△☚ςά nausging. ¹4⁰) Wenn wir hier das griechische Wort durch rationale erklärt finden, ohne genau bestimmen zu können, was Posidonius sich darunter im Verhältnis zu ixeuovixév gedacht hat, so geht doch wenigstens aus der besondern Besprechung der Platonischen Zweiteilung der Seele(De An. 16) aufs klarste hervor, dass Tertullian da(Aöyos als ratio, Vernunft und) 10ν₰ ννεƷ als rationalis»vernünftig« oder-vernunftgemäss angelegt«, verstanden wissen will. Wenn er also, wie wir gleich sehen werden, in der Auffassung dieses Begriffes im wesentlichen mit Cicero übereinstimmt, so folgt er diesem doch auch hier wieder nicht in der Uebersetzung desselben, immer vorausgesetzt, dass Cicero überhaupt hat übersetzen und nicht vielmehr elegant hat übertragen(und resümiren) wollen. Es sind hier uamentlich drei Stellen aus den Tusculanen in Betracht zu ziehen: 1) Tusc. 1, 10, 20. Dort spricht Cicero von einer dreifachen Teilung der platonischen Seele und bezeichnet als deren ersten und her- vorragendsten Teil(principatus) die ratio, von Plato AGrο und 1νναιαs, wohl auch voöes genannt. Tertullian dagegen kann, wenn er von diesem ersten Teile der platonischen Seele redet, sich nicht dieses rein substantivischen Ausdrucks bedienen, und zwar uicht nur, weil seine Auffassung von der ratio im allgemeinen eine tiefere ist als die platonische, sondern auch, weil für ihn zunächst nur Gott die ratio umτ*O εsoxi» ist und hat(vergl. S. 51, 56 ff. und 62 meiner R P T.). 2) Tusc. 2, 21, 47. Dort spricht Cicero von einer platonischen Zweiteilung der Seele und zwar insofern mit Recht, als Plato zunächst allerdings nur von zwei Haupt- teilen, einem unsterblichen und sterblichen, resp. einem vernünftigen und unvernünftigen redet. Ganz so fasst auch Tertullian die betreffende Darstellung Plato's auf. Es bietet also diese Stelle der Tusculanen die entsprechende Parallele zu Tertulliau's unten citierten Worten. ⁴⁷) Indem Cicero hierbei an das platonische Xννμινν und Ʒναmνπιοαων oder an das von Aristoteles hierfür

4⁵) An. 13: Ad hoc dispicere superest, principalitas ubi sit, id est, quid cui praeest, ut cujus principalitas apparuerit, illa sit substantiae massa, id autem, cui massa substantiae pracerit, in officium

naturale substantiae deputetur. Enimvero quis non animae dabit summam omnem Habes animae principali- tatem cujus intelligam instrumentum esse animum, non patrocinium. Vergl. R P T. S. 36. 4⁶) An. 14: et in duas amplius apud Posidonium qui a quobus exorsus titulis, principali quod

aiunt pyeuortrd et a rationali quod aiunt XοoQιν, in duodecim exinde prosecuit. 77 8* 7 b

41) An. 14: Dividitur autem in partes nunc in duas a Platone. An. 16: Est et illud ad fidem pertinens quod Plato bifariam partitur animam, per rationalem et irrationalem. C(ui definitioni et nos quidem applaudimus, sed non ut naturae deputetur utrumque.