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d. h. ein principale, ohne welches ihm die ganze Zuständlichkeit der Seele in Frage gestellt scheint. ²⁹)
In der nun folgenden durch das ganze Capitel sich hinziehenden Besprechung darüber bedient sich Tertullian nur der von ihm für das frεννďν gewählten Uebersetzung. So sagt er: Ehe jemand das principale leugnet, hat er schon die Seele für nichts gehalten; Dicäarch u. A. haben auf diese Weise das principale fortgeschafft, indem sie gleich in der Seele selbst die Sinne liegen lassen(diese und jene identificieren?), als deren principale sie doch in Anspruch genommen wird; ³⁰) Asklepiades fand, dass Tiere auch ohne die Körperteile noch eine Weile lebten und empfänden, die man als Behälter des principale betrachtete, ³¹) wie z. B. Mücken etc. ohne Köpfe, Ziegen etc. ohne Herzen; darum behauptete er, es gäbe überhaupt kein principale, weil die Lebensfrische(-kraft) der Seele, wenn sie zugleich mit ihrem Sitze verloren gegangen wäre, nicht mehr vorhanden sein würde. ³*) Dagegen behaupten nun eine Menge Philosophen und Aerzte, sowohl dass in der Seele ein principale sei, als dass es in einem sichern Ort des Körpers verborgen sei. Für die Christen aber erhellt es aus der heiligen Schrift, sowohl dass es ein principale in der Seele gebe, welches der göttliche Ankläger vor Gericht fordert, d. h. eine Empfindung und(damit) Leben vermittelnde(bez. ent- haltende) Kraft, als dass sie in der Schatzkammer des Körpers enthalten sei,»welche Gott ansieht«, d. h. in dem Herzen. ³³) Daher kann das principale nicht überall da gesucht werden, wo es die Philosophen und Aerzte zu finden glaubten, wie z. B. Plato im Kopfe, Hippokrates im Gehirn, Strato Physikus in der Mitte zwischen den Augenbrauen(in superciliorum medi- tullio), sondern wahr ist jener Vers des Orpheus oder Empedokles:»denn das ums Herz kreisende Blut giebt dem Menschen den Sinn«(bez. den Gedanken). ³⁴)
Mit diesem Verse sind wir wieder auf unsern Ausgangspunkt zurückgelangt. Denn wie hier Tertullian in der Uebersetzung für vönga sensus einsetat, so scheint er auch De Res. Carn. 15 cogitatus und sensus als nahe verwandt zu betrachten. Wie Tertullian hierzu kommt, ist hier nicht zu untersuchen der Ort; doch dürften schon die auf S. 53 f. und 66 ff. meiner R. Ps. Tertullian's enthaltenen Bemerkungen einige Anhaltepunkte gewühren. Hier soll uns zunächst nur das Sprachliche beschäftigen, Da erscheint es denn auffallend, dass Tertullian, trotzdem, dass schon Cicero den griechischen terminus, wie es scheint, hinreichend erklärt
²9) An. 15: In primis an sit aliquis summus in anima gradus vitalis et sapientialis, quod εμνιQ³⁶³ appellant, i. e. principale, quia si negetur, totus animae status periclitatur.
s0) Cicero scheint hiernach allerdings des Dicäarchus Meinung nicht richtig vorgetragen zu haben, wie nach Kühner(zu Tusc. I, 10, 21) schon Tennemann im 3. Bde seiner Geschichte der Philosophie (S. 337) vermutet hat.
³1) An. 15:— quod pleraque animalia ademptis eis partibus corporis, in quibus plurimum existimatur principale consistere, et insuper vivant et sapiant nihilominus.
3²) Ib.: itaque principale non esse, quod, si fnisset amissus cum suis sedibus vigor animae, non perseveraret. 2
³s) Ib.: et esse principale in anima, quod intentio divina conveniat, i. e. vim sapientialem atque vitalem (quod enim sapit, vividum est) et in eo thesauro corporis haberi, ad quem deus respicit etc.
³⁴) Ib.: AiGlαᷣ ⁴ν σερμεοιςσι πμεενέόάιν εσσmσι ‚vια, von Tertullian wörtlich übersetzt: Namque hominis sanguis circumcordialis(NB.) est sensus..


