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Hdp(Hs. B nach Landgraf 47): Alexander dixit:„lte, dicite Dario(608 fügen hinzu: imperatori vestro). Ouando Philippus non habebat filium, gallina generabat ei ovum aureum, nunc autem, nascendo Philippo filius, ipsa gallina facta est sterilis.“
Hier ist die Naht, wo die beiden Quellen, die zweite allerdings durch ein Mißver- ständnis entstellt, zusammengefügt wurden, deutlich erkennbar an den Worten„un segget ome also“.
Eine andere bemerkenswerte Vermischung von Epitome und historia de preliis finden Wir bei der Schilderung des Zusammentreffens mit König Nikolaus. In der Epitome handelt es sich um einen Wettkampf im Wagenrennen, und zum Schlusse heißt es: Alexander, primum Nicolao superato et reliquis, qui certamini adfuerant, corona redimitus repatriat Mace- doniam. Der Seelentrost folgt hier durchaus: der Epitome— es ist immer nur von einem „Spel“ die Rede— bis gegen den Schluß. Dann aber wendet er sich der Historia de preliis zu, in deren verschiedenen Fassungen der Charakter des Wettspiels je länger je mehr ver- schwunden ist und der Kampf selbst in die Worte zusammengefaßt wird: omnes unani- miter moti sunt iungendo se ad pugnam; quos omnes Alexander manu propria occidit; diesen Schluß hat nun der Verfasser des Seelentrosts übernommen, so daß die Erzählung von dem „Spiel“ mit den Worten schließt: un he sloch konig Nicolaus mit al sinem volke dot.
Noch auffallender ist der Widerspruch, den an einer anderen Stelle die unvorsichtige Verschmelzung der beiden Quellen verursacht hat, da nämlich, wo Alexander selbst als Bote zu Darius geht und dabei den Stranga überschreiten muß. Von diesem Fluß sagt die Historia de preliis(Landgraf 87, 21): Tota nocte permanet coagulatus, mane vero, cum in- caluerit Sol, dissolvit se, und dementsprechend der Seelentrost(Bruns 351): un kam to enem Water, dat was also gestalt, dat ot des nachtes Vvros unde des dages was ot open: Dar kam he des nachtes to un ret darover. Die Epitome(II 14) berichtet nur: qui fluvius plerumque ex vehementia nivium adeo stringitur, ut etiam carris onustissimis viabilem sese praebeat, unde et tunc gradibilis Alexandro fuit.— Bei der Rückkehr Alexan- ders aber zieht der Verfasser die Epitome vor(II 15): At vero Alexander eundem alvei locum, quo venerat, se appetere sperans, incidit in alium non congelatum, simulque in flumen ipse et equus in profunda cernuantes prosiliunt; in Obereinstimmung damit heißt es im Seelen- trost(Bruns 352): un kam to jenem watere un rakede de rechten strate(Kölner Druck von 1484: stede) nicht, dar ot gevroren was un rende in to dem watere. Die Historia de preliis erzählt hier(Landgraf 91, 1): Alexander venit ad fluvium Stragan et transiit. Cum autem transisset alteram ripam, dissolutus est fluvius et antequam de fluvio exiret, mortuus est caballus.
Meistens sind allerdings die Angaben der beiden Hauptquellen, der Epitome und der Historia, so miteinander verbunden, daß kein Widerspruch entsteht. Natürlich tritt die Epitome, die den Brief an Aristoteles über die Wunder Indiens ganz ausläßt, in den späteren Teilen des Seelentrosts stark zurück. Wir haben also ein ähnliches Quellenverhältnis wie in Lamprechts Alexanderlied, wo in dem ersten Teil(Vorauer Handschrift) Julius Valerius?
¹ Mit Ausnahme der Stelle: erhef dy nicht also sere. Diese entspricht mehr dem Wortlaut der kistoria (non elevetur cor tuum in superbia, quia habes honorem regalem super te) als dem der Epitome(quid, inquit, prodest tibi ista vana imperi iactatio).
² Auch im Seelentrost-Alexander finden sich zwei Stellen, die auf den vollständigen Text des Julius Valerius als Quelle hinzudeuten scheinen:
1) Bruns S. 342: Do kam dar ok to dem spele en junk konig, de het Nicolaus. Jul. Val. I 11 (Kübler S. 21, 9): obviat forte Nicolao cuidam, adolescenti regulo ex Acernania. Epit.(Zacher 22, 4): forte


