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stammt und dieses Werk schon vor 1358 entstanden sein muß, so konnte er doch wissen, daß die Handschrift, aus der diese Erzählung abgedruckt ist, nach der Ansicht des Herausgebers dem Ende des 14. oder der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts angehört. Vauquelins Histoire d'Alixandre aber wurde, wie ebenfalls Jacobs in den genannten„Beiträgen“ ausführt, für den Herzog Johann von Burgund verfaßt, der erst 1415 geboren ist. Nach Paul Meyer, Alexandre le Grand dans la littérature française du moyen Age, II 313 u. 316 ist Vauquelins erstes bekanntes Werk 1445 und die Histoire d'Alixandre vor 1448 entstanden; sie ist also vielleicht hundert Jahre jünger als der Seelentrost.
Eine andere Ansicht über die Quelle unseres Seelentrost-Alexander hat Toischer in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie 97(1880), 360 ausgesprochen. Er faßt die Utrechter und die Straßburger Drucke der Historia de prellis zusammen(unter D) und stellt sie der Bamberger Handschrift(B) gegenüber; zu der ersteren Gruppe D, meint er, gehöre auch die nd. Prosa(bei Bruns)„respektive ihre Vorlage, vergl. Graesse, Littg. II 3, 1, 455*. Daß es mit dieser Vorlage nichts ist, haben wir eben gesehen. Die Utrechter und die Straß- burger Drucke aber kann man überhaupt nicht ohne weiteres als gleichartig zusammmen- fassen, wenn wir den Untersuchungen Ausfelds über die Handschriften der Historia de preliis (Zeitschr. f. deutsche Phil. 18, 388 ff. und Festschrift der badischen Gymnasien S. 07 ff.)² folgen dürfen. Und endlich ist nicht D, sondern gerade die Textgestalt, die durch die Bamberger Handschrift vertreten ist, in Verbindung mit der Epitome“ des Julius Valerius die Hauptquelle für den Seelentrost-Alexander.
Im wesentlichen richtig hat schon Hertz(Abhandl. d. bayr. Akad. 19[18902], 79/80) diesen Sachverhalt erkannt, ohne allerdings seine Ansicht zu beweisen. Genauer untersucht hat das Quellenverhältnis Hoogstra in seinem oben erwähnten Buche S. XXXVII—LXXI. Da er jedoch den Text der mittelniederländischen Historienbibel I zu Grunde legt, müssen natürlich alle die Stellen ausgeschieden werden, die erst der Verfasser dieser Historienbibel hinzugefügt hat, nämlich die Thronbesteigung des Darius, gleich am Anfang des Stückes, ferner die Geschichten von Saraballa, Diogenes, Aristoteles und Rosa, dem Basiliskus, Ale- xander und dem Seeräuber, Alexander und einem armen Mann und von den Diadochen. Da sich außerdem Hoogstra noch mit der Einteilung der Historiahandschriften in drei Klassen begnügt— die genaueren Untersuchungen Ausfelds hat er nicht berücksichtigct— und da seine Aufstellungen sich mehrfach ergänzen und berichtigen lassen, so wäre eine nochmalige eingehende Darstellung des Quellenverhältnisses wohl gerechtfertigt.
lch möchte jedoch von einer solchen hier absehen, weil die Grundlagen für eine wirk- lich genaue Untersuchung der Einzelheiten fehlen. Es mangelt uns vor allem eine Ausgabe“ des Seelentrosts, die nicht nur die Lücken und Entstellungen der Handschriften und Drucke beseitigen würde, ein für die Quellenforschung sehr wichtiger Umstand, sondern die es auch ermöglichte, den Sprachgebrauch des Schriftstellers, die Redewendungen, die ihm besonders geläufig sind, besser kennen zu lernen. Dies wäre um so förderlicher, als der Verfasser
Meyer II 315 macht darauf aufmerksam, daß Jacobs diesen Johann von Burgund mit Johann ohne Furcht verwechselt habe. Jacobs hat aber selbst schon diesen Irrtum im 2. Bande Seiner„Beiträge“ S. IX be- richtigt.
² Von den a. a. O. dargelegten Ansichten hat Ausfeld nur die eine später aufgegeben, daß Js ein sehr junger Text sei(nach einer brieflichen Mitteilung aus dem Jahre 1808).
² Gemeint ist in dieser Abhandlung immer die von Zacher herausgegebenen Epitome, nicht die Epitome Oxoniensis.
4 Daß Reifferscheidt einst eine Ausgabe zu besorgen gedachte, ist bereits oben S. 10, A. 3 erwähnt.


