Aufsatz 
Beiträge zur Alexandersage : I. Die Alexandersage im "Seelentrost" ; II. Ein neues Bruchstück einer Handschrift des Julius Valerius / von Heinrich Fuchs
Entstehung
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laet die(E: di) dit een leer wesen ende hout ymmer die geboden ende die wet Gods, opdat gi niet(niet fehlt E) en coemt onder die verdoemde heydenen. Die Hs. F schließt: Daerom, lieve kinder, soe houdt de wet Gods ende en aanbeedt gheen afgoden, ende houdt de X gheboden, opdat ghi niet en comt onder die verdoemde heydenen. Wenn wir diesen Schluß mit dem oben(S. 4) aus Bruns angeführten vergleichen, so kann über die Herkunft des muld. Textes l kein Zweifel mehr bestehen: Wie Ekkehard von Aura in seine Weltchronik ein umfangreiches Excerptum de vita Alexandri Magni(eine Bearbeitung der Bambeiger Hs. von Leos sogen. Historia de preliis)? einschob, wie Gottfried von Viterbo in das Pantheons und Vincentius Bellovacensis in das Speculum historiale eine Darstellung der Alexandersage aufnahmen und wie in den Baseler Auszug aus der Weltchronik des Rudolf v. Ems eine Bearbeitung von des Pfaffen Lamprecht Dichtung eingefügt wurde, so hat der Verfasser der mnld. Historienbibel I zwischen die Bücher der heil. Schrift diejenige Alexandererzählung eingeschaltet, die er in dem Seelentrost vorfand.

Die Frage nach dem Verfasser und der Entstehungszeit unseres mnd. Alexander fällt also zusammen mit der Frage nach Verfasser und Entstehungszeit des Seelentrosts.

Ober den Verfasser hat sich bis jetzt nur weniges mit Sicherheit ermitteln lassen. Daß es ein Geistlicher war, können wir schon aus dem behandelten Stoffe schließen; es geht aber auch aus der geringschätzigen Beurteilung der weltlichen Litteratur hervor, aus den unwilligen Seitenblicken auf die Geschichten von Parzival, Dietrich von Bern, Tristan usw. (Pfeiffer in Frommanns Mundarten I 175). Da in dem Seelentrost sehr oft des Predigerordens Erwähnung geschieht, so darf man vielleicht weiter vermuten, daß der Verfasser diesem Orden angehörte(vergl. Merzdorf, Bibliothek. Unterhaltungen, 4).

Strittig war bisher noch, ob er sein Werk niederdeutsch abgefaßt habe oder hochdeutsch. Zuerst hat Leverkus(Z. f. d. deutsche Altertum 11, 350) von demur- Sprünglich nd. und wahrscheinlich zu Lübeck um die Mitte des 14. Jahrhunderts verfaßten Buche gesprochen und in einer Anmerkung zu der Stelle erklärt, er hoffe seine Vermutung über Zeit und Ort der Entstehung ein andermal zu begründen. Obwohl Müllenhoff im 12. Bd. derselben Zeitschrift(S. 374) auf dies Versprechen noch einmal hinwies, ist der Beweis für jene Behauptung nie geführt worden. Doch folgen Leverkus in der Annahme nd. Ursprungs: Müllenhoff(irgendwo in Norddeutschland a. a. O.), Hertz(a. a. O.), Reifferscheidt(Jahr- buch d. Vereins f. nd. Sprachforsch. 11, 101, A. 5) und Jellinghaus(Pauls Grundriß II 1, 442).

Dagegen sagt Gödeke(Grundriß I 473) ausdrücklich:nicht ursprünglich nd., da viele frühere hochdeutsche Hss. und Drucke existieren. Die Drucke können allerdings für diese Frage nicht in Betracht kommen, da der älteste Druck aus dem Jahre 1474, die späteste datierte Hs. aber, aus dem Jahre 1473 stammt. Aber auch auf die Hss. kann sich Gödeke nicht berufen, wenigstens nicht auf die datierten. Die Oldenburger Hs, von 1407, die lange für die älteste gehalten wurde, und die Hs. von 1406, die Reifferscheidt in der Sammlung des Freiherrn v. Arnswaldt in Hannover entdeckt hat, sind beide nd. abgefabßt. Worauf gründet sich also Gödekes Behauptung? Es ist möglich, daß er dabei an eine Außerung Geffckens(Bilderkatechismus 45) gedacht hat, der geneigt war, die undatierte Hamburger Hs. für die älteste unter den ihm bekannten anzusehen, und diese ist allerdings

¹ Mit Unrecht hält also Hoogstra(S. 35) diesen Schluß für den Zusatz eines späteren Abschreibers.

2 S. Ausfeld, Z. f. deutsche Phil. 18, 385 ff. 8 Meyer II 332.