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Prolaikern: Demofthenes, Plutarch, Plato, Hlerodot, Dionys von Halicarnaß, Kirchenſchriftſteller; an Dichtern: Heſiod, Pindar, Euripides, Ariſtophanes, Theocrit etc. In Privatkollegien ſoll er griechiſche Stilübungen und Kolloquien veranſtalten auch Anleitung zu griechilchen Reden geben.
Nun finden wir aber in der philoſophilchen Fakultät noch außerdem die Vertreter einer Reihe von Fächern, die„im Pädagogium noch fehlen oder nur in ihren; Elementen ver- treten ſind. Da wäre zunächlt der„Logicus“ und„Meta- phyficus“ zu nennen. Er vertieft den logiſchen Unterricht der Schule und ergänzt ihn durch Behandlung der Meta- phylik. Der„Ethicus“ fügt die Moralphilofophie hinzu. Der„Mathematicius“ behandelt Arithmetik und Geometrie; aber auch Altronomie, Geographie(wobei er Unterweiſung in der Benutzung des Globus und der Karten giebt) und endlich Optik. Der„Phyſicus“ trägt Naturgeſchichte und Naturlehre vor, indem er antike Schriften über diele Gegen- ſtände von Ariſtoteles, Theophraft, Plinius, Aelian etc. inter- pretiert. Eine Phyſik in unſerem Sinne, d. h. eine auf Beobachtung und Experiment gegründete Wilſenſchaft, gab es damals noch nicht im Hochſchulunterricht. Doch fällt die Gründung der Univerlität Gießen gerade in die Lebens- zeit der beiden Männer, die zu dieſer Willenſchaft die Fun- damente gelegt haben, nämlich Galileis(1564— 1642) und Keplers(1571— 1630).
Neben den naturwilſenlchaftlichen Disziplinen ſind die hiftoriſchen vertreten. Der„Hiftoricus“ ſoll Tacitus Germania, Cluverus Germanial und neue deutſche Hiftoriker behandeln, ferner Synchronismen, Genealogien, die Reichsverfaflung etc.; auch römiſche Kaiſergeſchichte und Militärſchriftfteller.
Für die Erweiterung der fremdſprachlichen Kenntnillſe enqdlich ſorgt der„Hebraeus“(der womöglich auch Chal- däiſch, Syrilch, Arabilch dozieren ſoll) und der„Profellor exoticarum linguarum“ von dem es charakteriftiſcher Weile in den Statuten nur heißt:„Gallicae vel etiam ltalicae et Hispanicae linguae Profefſor sic ordinabit horam, ne aliis Profefloribus sit impedimento et si salario ex academiae reditibus fruatur, publicas habebit lectiones“.²
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¹ Philipp Clüver(1580— 1622) gilt als Begründer der hiftoriſchen Geographie. Sein Werk„Germania antiqua“ in 3 Büchern erſchien 1616.
2 Tit. LXIV.


