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ſo gaben die Präzeptoren auch lectiones privatae, die bezahlt wurden, aber nicht allgemein verbindlich waren. Für ſolche ilt z. B. in dem Lehrplan von 1629 die 3. Vormittagsltunde vorgelehen.
Wie religiöſe Streitigkeiten zur Begründung —h Leent. der Univerlität und des Pädagogiums die Veran- lalfung gegeben hatten, ſo war auch der Zweck, dem ihr Unterricht nach der Ablſicht des Gründers in letzter Linie dienen lollte, vorwiegend ein religiöſer, daneben frei- lich auch ein politiſcher. Sehr deutlich ſpricht ſich darüber der Landgraf in dem Erlaß vom 12. Oktober 1607 aus, der die Privilegien der Univerſität enthält und den Statuten vorangelit.“ Darin wird ausgeführt, der Fürft habe bedacht, daß Gott ihn in lein obrigkeitliches Amt eingeſetzt, ihn mit Land und Leuten, beſonders aber mit der„reinen, wahren und alleinſehligmachenden Lehr“ begabt habe, wie ſie in der Bibel, den Symbolen, der unveränderten Augsburger Konfeſſion und Luthers Katechismus enthalten ſei. Es ſei ihm aber nichts mehr angelegen, als eine ſolche chriſtliche Lehre bei Land und Leuten zu erhalten und fortzupflanzen; aber„zu erhalttung unnd fortpflanzung reiner unnd geſundter Göttlicher Lehr, der heilllamen Juftitien und gottſehligen Weßen und wandelß(lei) negſt Göttlicher begnadigung nichts nützlicher, furträglicher unnd notwendiger, alß wol- beſtellte ſchuelen anzuordtnen unnd zu fundiren, inn welchen lß deß neilligen Geilſteß officinen ſowohl zu kirchen unnd ſchuelen, alß auch dem weltlichen Regiment unnd guter Policey tügliche Perſonen anerzogen unnd unqderrichttet werdenn“.
Alſo vor allem rechtgläubige Theologen und Lehrer und im römilchen Recht wohl geſchulte juriften gilt es aus- zubilden; die mediziniſche Fakultät war damals noch ſehr ſchwach, und die philolſophiſche bildete lediglich die Vor- ſchule der drei anderen.
uh Reheis So iſt denn auch am Schulleben das religiös- Nirehlichner kirchliche Gepräge bemerkenswert. Zwar ilt ehaganter im Lehrplan von 1629 nur eine Wochenſtunde,
die erſte Vormittagsſtunde am Samstag, für Catecheſis beſtimmt, aber dabei ilt doch zu beachten, daß im griechiſchen Unterricht damals das neue Teſtament noch den einzigen
Lehrftoff bildete; und daß auch in den vier wöchentlichen
1¹ Waſſerſchleben, S. 10.


