6 u, man wuͤrde nicht alles dem zufaͤlligen Erwachen bes ſogenannt ten moraliſchen Gefuͤhls haben uͤberlaſſen wollen. Dagegen wäuͤrde man aber auch nicht behauptet haben, daß man das Kind uͤberall durch Schaden ſoll belehren laſſen. Es will ſich 1. B. mie einer ſchaͤdlichen Spelſe anfuͤllen; ſeicht waͤre es moͤglich, daß uur ein verdorbener Magen die Folge davon waͤ⸗ re, und ich koͤnnte alſo durch die Erfahrung ihm die Lehre ge⸗ ben laſſen, daß man niche unmaͤßig ſein ſoll: allein es koͤnnee auch durch Ueberſaͤrtigung ſeine Geſundheit zerſtoͤren; duͤrfte al⸗ ſo der Erzieher bei der Vorausſetzung dieſer Moͤglichkeit den unmaͤßigen Genuß der Speiſe erlauben? Gewiß nicht! Anch wuͤrde er ja durch die Zulaſſung der Unmaͤßigkeit, in der Abſicht die Erfahrung uͤberall lehren zu laſſen, doch ſeinen Zweck nicht ganz erreicht haben. Der Fall toͤnnte naͤmlich eintreten, daß das Kind etwas durchaus Schaͤdliches, daß es etwas Giſtiges eſſen wollte; hier muͤßte ich doch ſogleich ein Verbor ergehen laſſen; geſetzt auch, daß es die Gruͤnde, die mich leiteten, nicht einſähe, und in meinem Verfahren nur Willkuͤr erblickte. Vie⸗ le neuere Bearbeiter der Erziehungsrheorie verlangten daher et was ganz Unwoͤgliches, wenn ſte forderten, daß das Kind nie Willkuͤr in den Befehlen der Erzieher erblicken ſollte. Sie forderten hisrdurch, daß es auch ſchon einen durch Erfahrung geuͤbten Berſtand haben ſollte, und dieſes iſt es ja, was ihm noch fehle. le 4tt! T ke ec gse ſe re e 3
Das erſte Geſchaͤft des Erziehers ſei es dahar, allerdinss durch Erfahrungen die dem Kinde niche nachtheilig werden können, den Berſtand deſſelben zu uͤben, und ihm Einſichten in die Natur der Dinge zu verſchaffen. So bald es aber durch ſeine Sinnlichkeit zu einer Handlung hingezogen wird, wovon
ſich gefährliche Folgen erwarten laſſen; ſo erſetze der Erlieher die Bernunft des Kindes Und verbiete, mit oder ohne Grn, 1 2 2* 2„ 3 6?


