Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Großh. Gymnasiums zu Gießen für die Dreijahrhundertfeier am 10. Oktober 1905 auf Grund von Mag. Franz Rambachs Sammlungen / bearb. und hrsg. von Ludwig Schädel
Entstehung
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5) Das certiren in den Claſſen zu animirung der Lehrlinge durch das herab oder herauff lociren eingeführt und beibehalten.

6) bei denen Exemptionen¹) keine präcipitirende Voreilung oder Verfahrung nach affecten und neben Reflexion. connivirt, ſondern hierinn. den legibus paedagogii und deme was unter dem 29. Auguſt 1670 von unſeres in Gott ruhend. hochſeel. Herrn Vatters gnädiglich reſcribirt?) ohne ausſchreitung nach gegangen.

XO 1694 d. 23. Iul. in praeceptorum collegium adsumtus fuit M. Georg Christ. Bürcklin in locum defuncti M.(deest: Lottichius; Schdh.

Hier zwiſchen fehlt die Nachricht von 21 Jahren.

Quelle B verſiegt alſo für dieſen Zeitraum; einige ihiirliche Nachrichten enthält aber in Folgendem A:

1700 d. 17. Januar ließ Landgraf(Ernſt) Ludwig ein ſehr ſcharfes Reſcript gegen diejenigen Schüler ergehen, die ſich ſo wol dem Darmſtätter als hieſig. Paeda- gogio ante exemtionem entzogen und auf andere Univerſitäten inſcribiren laſſen. Den Eltern ſolcher ausgetretenen ward bei 10 rthlr. Straf und Exclusion von fernerer Promotion im Lande anbefohlen ihre Söhne wieder in die Paedagogia zu ſtellen, und der dieſen Befehl erhielte, ſollte ſich ebenfalls in beede paedagogia begeben, den Dis- cipeln dieſen Unfug ernſtlich vorhalten, ſie davon abmahnen und im Fall des über⸗ tretens alle fürſtl. Ungnade ankündigen.

1708 d. 2. Jan. erſtattete die Philoſoph. facultät den wegen einer Zulage vor die Praec(eptores) Class(ici) ihr aufgelegt. Bericht, dahin, daß man zwar ietzo iedem 10 Achtel Korn zulegen könne, daß aber daneben auch einige aus ihrem Mittel ver⸗ meinten, man könne den numerum der ietzo ſtehenden 5 praeceptorum, bei ereignender vacanz wieder auf 4 Perſohnen, wie vormahls geſchehen, hinkünftig reduciren und restringir. daß des abgehenden 5 ten praeceptoris Beſoldung den übrig. 4 wieder zu⸗ wachſe. Worauf denn kurtz hernach ein gnadiges decret über die 10 Achtel vor ieden Praeceptorem erfolgte worin aber der letztere Punct unberührt bliebes).

XO 1715 d. 20. Aug. in locum Mag. Rüdigeri ad pastoratum ecclesiae Hohenweiselanae vocati ex Serenissim. Princ. Ernesti Ludovici voluntate substitutus est M. Simon Henrich Buff et dicto die in examine autumnali a Paedagogſiarcha) Ioan. Henrico Maio praesentatus.

XO 1716 d. 21. Octob. in locum pie defuncti M. Bürcklini suffectus et praesentibus omnibus Collegis totoque Paedagogicorum coetu a Summe Reverendo Superint. et Paedagogiarcha D. Io. Henrico Maio, muneri praeceptoris classici publice praepositus est M. Georg. Clemens Draudt Dauernheimia Wetteranus.

Hier ſchließt Quelle Can:Acta notabiliora paedagogica officium Paeda- gogiarchae gerente Io. Henrico Maio Fil. 4⁴).

Die 7 Jan. exclusus e Paedagogicorum numero a me fuit Henr. Anthonius Hoeferus Darmstattinus, eo quod e schola nostra sine impetrata dimissione abierat ac studiosi titulum a

¹) Entſpricht unſrer Reifeprüfuug(eximere de numero discipulorum)

²) ſ. ob. unter dieſem Datum.

³) S.de praeceptoribus classicis§ 2.

) Mai sen. war 1690 1716 Pädagogiarch, von da bis 1719, wo er ſtarb, war ſein(ganz gleichnamiger) Sohn Amtsgehülfe. Mai jun. verwaltete bis 1732 das Pädagogiarchat. Die hieſ. Univ.⸗Bibliothek bewahrt drei handſchriftl. Werke des älteren Mai: epistolae, varia und den Anfang eines glossarium, das eine große gräciſtiſche Gelehrſamkeit verrät, namentlich für Vokabeln lateiniſchen Urſprungs. Die Varia enthalten Gloſſen, Conjekturen u. dergl.