Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Großh. Gymnasiums zu Gießen für die Dreijahrhundertfeier am 10. Oktober 1905 auf Grund von Mag. Franz Rambachs Sammlungen / bearb. und hrsg. von Ludwig Schädel
Entstehung
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a0 1675 XV cal. Martii obiit morte M. Leuslerus et in ejus locum sequenti examine vernali praesentatus est M. Io. Conradus Gebhardus Schottensis Stipendiatorum Major.

a0 1676 in feriis autumnalibus pie obiit Dlom.) M. Ioan. Nic. Roslerusi) praeceptor fidelissimus et desideratissimus, omnium discipulorum lacrimis nec non nostris suspiriis et gemitibus expetitus, quia dexterrime et fideliffime suam sustinuit provinciam. Eius locum cum Musicus*) haberile] non posset ex serenissimi voluntate substituti fuere M. Vincenzius Runckelius et praeceptor Theobaldus Schenckius, iste Poeta[noch!= Philologel] hic musicus, ita ut sine omni augendi vel duplicandi salarii spe et divisos labores et divisum tenerent salarium ultimi scil. et unius prae- ceptoris, quorum illi 60 huic 40 floreni sunt destinati.

a0 1682 3. Jan. valedixit Mag. Gebhard vocatus ad pastoratum Voel et die 16. Jan. introductus est in eius locum Mag. Gregorius Daniel Gernand.

a0 1690. d. 20. Jan. in numerum praeceptorum cooptatus fuit Dom. Eberweinius in locum Dom. Mag. Schenckii Drie) Rudrauffio adhuc munus Paedagogiarchae gerente.

20 1691 ante examen vernale M. Balthas. Iunckhansius inter praeceptores Classicos

adscriptus fuit sub Paedagogiarcha Maio patre. Eod. Anno M. Andreas Kempferus, Westphalus, pastoratui Billershusano post-

modum admotus, adiit munus scholasticum in Paedagogio.

1693 d. 8. Maii erging ein fürſtl. Befehl an das Conſiſtorium zu Gieſen, der om. om. lautet:und nachdem bey der unſern ohnlängſt abgeſchickt geweſenen depu- tirten mit committirten[sic!] unterſuchung, ſich ein und der andre defectus ergeben und bei Zeit. zu remediren ſeyn will: So wollen wir gnädigſt daß

1) an ſtatt, daß von denen landskindern, das alldortige Paedagogium welches gleichwol, ihnen anforderiſt zu guthe mit nicht gering. Koſten fundirt worden und unterhalten wird, nicht ſo fleißig wie es billig wäre, bis dahin frequentiret, ſondern öfter bloß aus aemulation und affection Isic!], einer privat information, zu ienes abgang und ſchmälerung ſich bedient worden, führohin, bei Verluſt der künftigen Beförderung im Lande, es fleißiger und emſiger beſuchet:

2) daß bei unſerm Paedagogio bei denen Lectionen eine und andre Verände⸗ rung und Auswahl aus denen auctoribus, ſonderlich bei Excolirung der Sprach. getroffen.

3) Eine weder ad excessum noch defectum ſich ablenckende wol eingerichtete disciplin²) beobachtet, und wer darwieder ſich ſetzet, mit verdienter animadversion an⸗ geſehn, weil hiefür ietzt unſers Acciſers, Mauſen, älteſter Sohn wegen des an den Praeceptorem Classicum, Johann Balthaſar Junghanſen in coetu publico verübten unverantwortlichen frevels, nebſt offentlicher deprecirung, behörig davor abgezüchtiget, deſſen Vater auch, wegen des derenthalben geſchrieb. unziemlich. Briefs eine geldbuſe von 9 fl. oder 6 rthlr. nach ausweiß der bei anliegend. Copey an dictirt. llies: anbeiJ.

4) Die aus neuer Unordnung eingerißene langwürigkeit der ferien post exa- mina Gymnastica zu 4 bis 5 Woch., etwan auf 14 Tage als bei denen im frühiahr halb vor und halb nach denen Oſterfeyertagen zu Verſchonung der Charwoche, eingezogen.

¹)Im 31. Jahr ſeines Alters, ſehr beklagt beſagen die alten Perſonalnotizen, die Ram⸗ bach ſammelte.

²) Hierüber in den annotata ad fundat. Gymnasii Gisseni.

³) Die harte Zucht begann durch den Einfluß des Pietismus(wenig ſpäter A. H. Franckes ſo humane instruction für die Praeceptores§ 2629]) ſich überall zu erweichen; die Verrohung des dreißigjährigen Krieges wird allmählich überwunden.