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Scheling hielten deutſche Vorträge, jener über das Thema:„Welchen Einfluß übte die Völker⸗ wanderung auf die geiſtige und politiſche Entwickelung der deutſchen Völker?“ dieſer über den Spruch Göthe's:„Ein unnütz Leben iſt ein früher Tod“. Gedichte wurden deelamirt von dem Oberſeeundaner Wilhelm Sopp, dem Obertertianer Heinrich Weigand, dem Uutertertianer Heinrich Stöber, dem Quartaner Wilhelm Kern, den Quintanern Karl Möli und Urban Müller, den Sextanern Franz Jäckel und Alfred von Sodenſtern. Den Schluß bildete die Entlaſſung des Abiturienten Modeſt. Von den Sängerchören des Gynmaſiums wurden mehrere Geſangſtücke vorgetragen.
14. Das Winterſemeſter wurde am 10. October in gleicher Weiſe wie das Schuljahr er⸗ öffnet. Zwei zur Aufnahme angemeldete Schüler wurden nach dem Ergebniß der mit ihnen vor⸗ genommenen Prüfung in die Sexta aufgenommen. Der Unterricht begann am 11. October.
15. Am 10. November beging das Gymnaſium durch eine öffentliche Schulfeierlichkeit das Schiller⸗Jubiläum in dem mit der bekränzten Büſte Schiller's geſchmückten Prüfungsſaale. Der Geſanglehrer Henkel hatte mit großer Bereitwilligkeit drei Gedichte des Gefeierten(An die Freude.— Die Worte des Glaubens.— Die Macht des Geſanges.) für gemiſchten Chor und Männerchor in Muſik geſetzt, welche von den Schülern des Gymnaſiums geſungen wurden. Der Oberprimaner Franz KnorFz hielt einen von ihm ausgearbeiteten Vortrag zum Andenken Schiller's und folgende Schüler trugen vorzugsweiſe Schiller'ſche Gedichte vor: der Unterprimaner Otto Weismann, der Unterſeeundaner Hermann Jäger, der Obertertianer Adam Waldner, der Untertertianer Adolf v. Eſchſtruth, der Quartaner Georg Kirchner, der Quintaner Albert Schüßler, der Sextaner Joſeph Wahler.
16. Am 18. November ſtarb der Schreiblehrer des Gymnaſiums, Obergerichtsregiſtrator, Leopold Jeßler. Derſelbe war geboren zu Fulda am 24. Juli 1791. Seine Wirkſamkeit am Gymnaſium begann ſchon im Herbſt 1818, wo er durch Reſeript der Kurfürſtlichen Schulen⸗ und Studien⸗Direction vom 31. October 1818 zum Schreiblehrer deſſelben ernannt wurde. Nach der Reorganiſation des Gymnaſiums wurde ihm durch Reſeript vom 30. Januar 1836 auch die Beſorgung der Expeditionsgeſchäfte der Verwaltungs⸗Commiſſion und des Directors übertragen. Bis gegen die Mitte des Sommers war er trotz ſeines Alters ſtets rüſtig und thätig. Wegen ſeiner Freundlichkeit im Umgange und der Biederkeit ſeines Charakters war er bei Allen, die zu ihm in einer nähern Beziehung ſtanden, beliebt. Am 21. November geleiteten die ſämmtlichen Lehrer und Schüler des Gymnaſiums ſeine Leiche zu ihrer Ruheſtätte und am folgenden Tage wurde von Seiten des Gymnaſiums ein Trauergottesdienſt für denſelben in der Gymnaſialkirche gehalten.
17. Am 29. November wurde in der Gymnaſialkirche das herkömmliche Trauergedächtnißamt für die verſtorbenen Wohlthäter des Gymnaſiums, insbeſondere für die Stifter der Stipendien, gehalten. 18. Am 9. December ſtarb der Gymnaſiallehrer Heinrich Schmitt. Derſelbe war ge⸗ boren zu Horas bei Fulda am 8. Februar 1818. Vom Herbſt 1831 bis Oſtern 1840 beſuchte er das hieſige Gymnaſium und ging ſodann auf die Landesuniverſität Marburg, wo er ſich drei und ein halbes Jahr dem Studium der elaſſiſchen Philologie und Geſchichte widmete und demnächſt ſeine philologiſche Prüfung beſtand. Vom 25. November unterrichtete er als Practicant an dem


