Aufsatz 
De periodorum Livianarum proprietatibus / Eduard Wesener
Entstehung
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4. Durch Allerhöchſte Entſchließung, mitgetheilt durch Miniſterialbeſchluß vom 28. Mai 1859, wurde die Zulaſſung des Gymnaſial⸗Practieanten Julius Bode an das hieſige Gymnaſium auf das Gymnaſium zu Marburg übertragen.

5. Am 28. Mai machten die Lehrer mit den Schülern in zwei Abtheilungen, theils einen weiteren, theils einen näheren Spaziergang in das an Naturſchönheiten reiche Rhöngebirge, von dem ſchönſten Wetter begünſtigt, und trafen gegen Abend an einem verabredeten Punkte alle zuſammen.

6. Am 18. Juni wurde in Gegenwart des Directors und der geiſtlichen Gymnaſiallehrer die Prüfung der 13 katholiſchen Schüler vorgenommen, welche von dem Gymnaſiallehrer Schmitt⸗ diel den vorbereitenden Unterricht für die erſte h. Communion erhalten hatten.

7. Am 23. Juni, dem Frohnleichnamsfeſte, fand in der Gymnaſialkirche die erſte h. Com⸗ munion der erwähnten 13 katholiſchen Schüler Statt und gemeinſchaftlich mit denſelben empfingen auch die übrigen älteren katholiſchen Schüler ſo wie die katholiſchen Lehrer des Gymnaſiums das h. Abendmahl. Bei dem feierlichen Gottesdienſte, an welchem auch die Cltern und Angehörigen der Neucommunicanten Theil nahmen, wurde den geiſtlichen Lehrern des Gymnaſiums in der freund⸗ lichſten Weiſe von dem Herrn Domcaplan Weß Unterſtützung gewährt.

8. Am 26. Juli folgten in der hergebrachten Weiſe die katholiſchen Lehrer und Schüler des Gymnaſiums der Frohnleichnamsprozeſſion.

9. Am 7. Auguſt wurden 16, von dem Gymnaſiallehrer Schmittdiel hierzu vorbereitete, Schüler von den geiſtlichen Lehrern in die hieſige Pfarrkirche geführt, um das h. Sacrament der Firmung zu empfangen, welches dort von dem Hochwürdigſten Herrn Biſchof geſpendet wurde.

10. Am 20. Auguſt wurde das höchſterfreuliche Geburtsfeſt Seiner K öniglichen Hoheit des Kurfürſten, in derſelben Weiſe wie in den früheren Jahren, in dem unter Leitung des Zeichenlehrers Binder feſtlich ausgeſchmückten Prüfungsſaale durch eine öffentliche Schulfeierlich⸗ keit begangen. Der Unterzeichnete ſprach ein Gebet für das Heil des verehrten Landesfürſten, des huldvollen Beſchützers und Förderers unſers Gymnaſiums und hielt die Feſtrede, welche von der Wichtigkeit und Nothwendigkeit des gemeinſamen Wirkens von Schule und Haus handelte. Bei den im Allgemeinen ſich ſteigernden Anſprüchen, welche in Folge der Culturverhältniſſe in Bezie⸗ hung auf die Ausbildung der Jugend geſtellt würden, werde überall die Löſung der dem Gymnaſium geſtellten Aufgabe immer ſchwieriger und es erſcheine darum, wie eine vermehrte Umſicht und Thätigkeit der Schule, ſo auch die fördernde Mitwirkung des Hauſes ſtets dringender nothwendig. Von, den zur Geſangſelecta gehörenden Schülern wurden religiöſe und vaterländiſche Geſänge vorgetragen.

11. Am 18. September fand die gemeinſchaftliche Feier des heiligen Abendmahls der evan⸗ geliſchen Lehrer und Schüler Statt.

12. Am 19. und 20. September wurden inallen Klaſſen die vorgeſchriebenen, nicht oͤffentlichen, Herbſt⸗ prüfungen abgehalten. An beiden Tagen fand nach Beendigung jener Prüfungen ein Probeturnen Statt.

13. Am 13. September wurde das Sommerſemeſter in der bisherigen Weiſe mit einer öffent⸗ lichen Schulfeierlichkeit geſchloſſen. Bei derſelben hielt der Oberprimaner Joſeph Kreß einen lateiniſchen Vortrag über das Thema:Quibus artibus populus romanus totum fere orbem terrarum subegerit;« der Unterprimaner Hermann Rehm und der Oberprimaner Martin