22
Und gebot mir manches, und glich zum Erstaunen ihm 6 selber.
So wie die Träume die Gestalt lebender Personen vorführ- ten, und durch die Erfahrung das Daseyn solcher Originale bekräftigt war, so musste es auch geschehen, dass die Ver- storbenen sich den Schlafenden zeigten, und gewiss wurde mit dadurch der Glaube an Hortdauer nach dem Tode ge- weckt und gestärkt(41). Wenigstens das Beispiel des Achil- les besagt dieses in der angeführten Stelle nachdrücklich. Der Körper war aber auf der Oberwelt zurückgeblieben, da- her eine unkörperliche Fortdauer. Aber der Traum führt die menschliche Gestalt vor, lässt reden und fühlen wie Men- schen u. s. w., und so wird auch hierdurch die Natur der
Eidola bestätigt,— Traumgestalten, wie sie der Dichter selbst nennt; und wie sonst die Träume pflegen, steht Pa- troclus dem Helden an dem Haupte, und doch wird dieser Erscheinung volle objective Wirklichkeit zugetheilt. Dazu ist vorziüglich die Meinung des Zeitalters von der objectiven Persönlichkeit der Träume in Anschlag zu bringen(42). 50 lehrten auch noch Spätere(43).
Zum
(41) Vgl. Halbkart 8. 4.
(42) MHalbkart S. 15. 42. ff. Köppen über Homers Leben und Ge- sänge S. 100. f. Ausgabe von 1621.
(43) Eust. 1286, 26. 1516, 18. Ueber die Eidola des Democritus, Tennemann Gesch. d. Philosoph. I, 234. 295. f.


