Aufsatz 
Ueber die Bedeutung von psychē und eidōlon in der Ilias und Odyssee als Beitrag zu der Homerischen Psychologie / Karl Heinrich Wilhelm Völcker
Entstehung
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ken können, Sisyphus den Stein wälzen, wie Tityus eine Leber haben, und Tantalus Hunger und Durést erleiden kann(40). Es ist das alles aufzufassen von dem Gesichts- punkte, dass in jenem Fortleben Menschliches und mensch- liche Gestalt nach dem Glauben einmal fixirt sind, und dass man in diesem stehend gewordenen Glauben nun auch wei- ter schreitet, und auf eine Art von jenen Naturen spricht und denkt, die mit deren eigentlichem Wesen nicht mehr ver- einbar ist, eine Inconsequenz, die sich aus der einmal fixirten Ansicht des Menschlichen verstehen lässt.

§. 7.

Die Annahme der Fortdauer der Todten in menschli- cher Gestalt scheint auch noch auf einer anderen sinnlichen Wahrnehmung zu beruhen, die wir hier berühren wollen. Dem Achill war der Freund aus dem Unterreich erschie- nen, er hatte ihn nicht umfassen können, und da sprach er mit jammernder Stimme:

Götter, so ist denn fürwahr auch noch in Aides Wohnung

Seel' und Schattengebild, doch ganz der Besinnung ent- behrt sie!

Diese Nacht ja stand des jammervollen Patroclos Seele bei mir am Lager, die klagende, herzlich betrübte, nd

(40) Halbkart S. 106. ff. Dahin gehört auch, qass die Eidola. weinen II., 106. Od., 590. 465. und dass ihnen die Spra- che gebliecben Schol. Butt. XI, 51. Halbkart S. 100. f. vgl. 97.