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sen(35), und wenn ein Theil des Menschen fortbestehen soll, so werden Formen und Umrisse keine anderen als die menschlichen seyn. So ist es nicht weniger in Rücksicht auf geistige Eigenschaften der Fall, auf Leidenschaften und Ge- fühle und auf die übrigen Lebensumstände. In Allem ist die Unterwelt ein Abbild der oberen Erde. Ein Gleiches ſin- det sich bei vielen anderen uncultivirten Völkern(36), und selbst die christliche Dogmatik hat sich nicht davon frei ge- macht, indem sie den Verstorbenen feinere dünnere Leiber giebt. Daraus ist es erklärlich, wie die Psyche im Hades noch einen 9 ν¶᷑½thaben kann(37), Ajax noch hassen, Orion noch immer am lagen sich erlustigen, Hercules den Bogen spannen u. s. w.(36). Es ergiebt sich, wie die Eidola noch Wunden an sich tragen konnten. Aber weil die Vorstellung von diesen Wesen eben so schwankend und unrichtig war, dass die alten Kritiker jenen Umstand nicht zu verstehen wussten, war das Veranlassung gewesen, die 5 Verse Odyss. XI, 36— 41 zu verwerfen(39). Es hebt sich gewissermas- sen auch der Anstand, wie jene luftigen Gestalten Blut trin- ken
(33) Daher die Metensomatose bei andern Volkern„ s. Creuzer Symb. I, 419.
(35) Vgl. Halbkart S. 102. 105. 100. vgl. über Griechische Philo- sopheme der Art Eust. 1288, 40. 834, 59.
(57) Od. XI, 561. Halbkart S. 9. und dazu ob. Not. 1. (38) Halbkart 8. 101. ff.
(39) 8. Eustath. u. Schol. ed. Buttm. z. a. O.


