Aufsatz 
Ueber die Bedeutung von psychē und eidōlon in der Ilias und Odyssee als Beitrag zu der Homerischen Psychologie / Karl Heinrich Wilhelm Völcker
Entstehung
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Will man ihn nicht seinen Erfahrungen und seinem Wis-

sen vorgreifen lassen, wie er durch den Gebrauch von ul

Vs. 104. 106. thut, sobald man dieses durch Schattengestalt

und nicht durch Leben erklärt, so darf Hotues hier nur das

Körperliche bedeuten, und nicht zugleich die Besinnung, wie in diesem Sinne die Oçeves im Hades vorkommen. Von deren Natur kann er aber noch keine Kenntniss haben, und

nur, was er eben erfahren, durfte er behaupten, dass der

Körper fehlt. Denn wie die Alten schon zu dieser Stelle

bemerkten, Patroclus hatte ganz seiner Besinnung voll eben

erst mit dem Freunde geredet. Auf jeden Fall aber, wenn

man hier so annimmt, wie die meisten Ausleger thun, muss

meine obige Behauptung von Jo⁵ gelten.

Nur dem Schatten des Tiresias ist aus besonderer Ver- gunst verliehen, seiner Sinne mächtig zu bleiben(23),(und hier ist Ggéres mehr das Geistige, nicht das Körperliche,) die Anderen alle entbehren derselben, was die nachhomerische Fabel durch den Strom Lethe ausdriiückte. Eine Ausnahme machen, wie Patroclus und Elpenor, deren Körper noch unberbrannt und unbeerdigt ist(24), wo das Körperliche

noch

(23) Odyss. X, 493.

(24) Eustath. 1672, 41. 1203, 29. Schol. ed. Buttm. Od. XI, 51. Venct. zu II. XXIII, 65. In dem unechten Theil der Odyssee, XXIV., erkennen sich aber die Todten, ohne Blut getrunken zu haben. Auch wandern dort die Freier unbegraben in den