Aufsatz 
Ueber die Bedeutung von psychē und eidōlon in der Ilias und Odyssee als Beitrag zu der Homerischen Psychologie / Karl Heinrich Wilhelm Völcker
Entstehung
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nennt. Dennes war eine Erscheinung, aber nur ein Schein- und Trugbild, nicht die wahre Iphthime, wenn sie dieser auch vollkommen gleich oder ähnlich sah. Es war aber kei- neswegs die Seele der Iphthime, die sich dem Körper ent- wunden. Ob das Scheinbild aus Luft geschaffen zu denken, mag dahin gestellt seyn, aber wir merken, dass das Eido- lon das Abbild irgend eines Menschen ist, wie die Menschen im Traume sich zeigen, mit Gestalt, Kleidung, Mienen u. s. W. der wirklichen Person.

Ein anderes Eidolon war das Scheinbild, welehes Apollo dem Aeneas gleich oder ähnlich den Troern und Achäern vorhielt(13). Ob auch dieses aus Luft gewesen, ist weiter nicht gesagt..

Nach der Behauptung, dass 6ldwXov die bestimmende Erklärung von Poxαs enthält, müssen jene drei Eigenschaf- ten also auch den Psychen der Verstorbenen zukommen. S0 ist es wirklich, und sie machen gerade das Wesen derselben aus. Sie sind Erscheinungen, wie sie aus dem Aides her- aufschweben, und dem Odysseus sichzeigen, oder im Traume, wie Patroclus dem Achilles, sich offenbaren. Es sind aber nicht diese Schatten die wahren Menschen, deren Bild sio

darstellen(14), nur Schein- und Trugbilder, wiewohl dem

(13) II. V, 449. 451. vgl. dazu Eustath. 569, 44. (44) Ganz in diesem Sinne istεανέκ das Bild eines Gottes. Vgl.

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