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sie muss dieselbe seyn, denn es wird von ihr eben gesagt, dass sie in den Hades geht(8). Sie also, und nicht die Seele ist es, die fortdauert. Diese Annahme beruhte eigent- lich auf sehr folgerechten Wahrnehmungen. Denn wenn ein Mensch eines natürlichen Todes stirbt, so erscheint der Athem, der ihn verlässt, der sinnlichen Anschauung als Ur- sache des Lebens und Sterbens. Ist er entwichen, so blei- ben alle andere Theile des Körpers zuriick. Nur er ist fort, und nur er kann also im Hades seyn; er ist der Grund des Lebens, er wird also auch fortleben und fortdauern. Die Psyche kann jedoch auch aus einer Wunde verströmen(0). So ist auch hier die Vorstellung so sinnlich, dass es einer Oeffnung bedarf, durch welche das Lebensprincip entweicht. Die Meinung, dass das Leben fortwährt, und nicht das Geistige, ist hier zwar schr sinnlich, aber eben so conse-
§. 3. Wie ist nun die Art der Fortdauer jener Psyche zu den- ken? Das Wort Eiôcwα⁴ov führt auf das Rechte, das für diese Bezichung bis jetat ganz vernachlässigt worden, und doch
alles klar macht. Nemlich eldεαα und Jo*y sind völlig gleich-
quent.
zug und das Leben des Kosmus die eine †xα 8. 170, edit. Boceckh.
(6) Vgl. Odyss. X, 560 mit XI, 51 und 83. (9) Malbk. S. 54 f.


