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oder der Geist es sind, die nach dem Glauben des Fome- rischen Zeitalters nach dem Tode fortdlauern. Ueber- schaut man, wie weit sich die Erkenntniss und das Nach- denken über die Natur des Geistes entwickelt haben, so wird ein solches Resultat nicht unerwartet. Denn Homer kennt diesen nirgends als etwas Selbsständiges, Abstrac- tes, Objectives, und als solches dem Körper Entgegenge- setztes, das von ihm getrennt oder trennbar fortlebte. Nir- gends ist der Begriff davon selbstständiger gedacht, als vom Leben selbst. So körperlich vielmehr ist er, dass den Todten im Hades darum der Gebrauch geistiger Kräfte ab- gesprochen wird, weil sie keinen Körper haben, und dass sie darum erst Blut trinken müssen, weil an die körperliche- Stärkung und Belebung durchaus die Geistesvermögen ge- knüpft sind. Zwar ist der Geist als Vorzug des Menschen vor den Thieren anerkannt(2), und genugsam als etwas Verschiedenes vom Körper dargestellt, nirgends aber als Selbstständiges, vom Körper Unabhüúngiges, vielmehr er- scheinen die geistigen Thätigkeiten nur als Eigenschaften und Kräfte des ganzen Menschen, die mit dem Körper le-
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Vossische Uebersetzung drückt hier den Sinn nicht aus. Ueber das Schwankende in den Bedeutungen von 2½& und»oο⁊ s. d. a. O. 8. 16. 19. Manche Scolenthätigkeiten kennt Homer gar nicht S. 17.
(2) Vgl. Odyss.*, 257. ff.


