Aufsatz 
Die einheitlichen Ziele im Schulwesen / von K. Knabe
Entstehung
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von der Tagesordnung verschwindet. Interessant ist die Abhandlung von M. G. Schmidt, Non scholae, sed vitae discimus! in den akademi- schen Blättern. XV. Jahrg. 1900.

30) Dazu gehört besonders Hornemann, Die neueste Wendung im preussischen Schulstreite und das Gymnasium, Berlin 1901(s. Anm. 91), worin z. B. steht:Dazu konmmnt endlich, dass die Schüler der Ober- realschule und des Realgymnasiums aus andern Bevölkerungsschichten stammen als die des Gymnasiums, dass also auch der Begabungsdurchschnitt der zum Universitätsstudinm gelangenden jungen Männer sinken würde.

31) Während des Drucks ist durch Kabinetsordre vom 6. Februar 1902 auch diese Frage zu Gunsten der Oberrealschule gelöst worden.

32) Socben geht mir von liebenswürdiger Seite dieNouvelle or- ganisation de l'enseignement secondaire en France zu, worin es heisst: Tous les diplômes secondaires(abiturientenzeugnisse) comporteront les méêmes droits und weiter in dem ministeriellen Erlasse:L'exception sera rare: elle mérite d'étre encouragée. Bravo!

Dass schon vor 100 Jahren aus lateinlosen höheren Schulen be- rühmte Arzte und tüchtige Juristen hervorgegangen sind, habe ich in einer Abhandlung:Französische Einflüsse auf das deutsche Realschul- wesen, Beilage zum Programm der O.-R. zu Kassel 1895, S. 19 u. 20, ausgeführt. Man schloss in dem Realinstitute zu Nürnberg die lateini- sche Sprache ausdrücklich aus, weil es für den künftigen Naturforscher, Arzt und Künstler weit wichtiger sei, den Naturgegenstand selbst genau zu kennen, als das fremde Wort zu lernen, mit welchem er benannt werde.

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R. Friedrich's Universitäts-Buchdruckerei(Inhaber Karl Gleiser).