— 26
und wir müssen es der Zukunft auheimstellen,ob sie sich gegen alle Bedenken und— Vorurteile durchzuringen ver- mögen.
Die vollständige Gleichstellung der drei höheren Lehr- anstalten wird zunächst bewirken, dass sie auch in der all- gemeinen Achtung gleich stehen werden, während bisher den Realanstalten, da sie nur geringere Berechtigungen hatten, noch immer das Vorurteil einer fachlichen Vorbildung anhaftete. Sie liegt aber besonders im Interesse der Schulen selbst, die sich dann nach ihren inneren Bedürfnissen entwickeln können, ohne ängstlich alle möglichen Rücksichten auf den künftigen Beruf ihrer Zöglinge nchmen zu müssen. Alle drei glauben den richtigen Weg einzuschlagen, um den ihnen anvertrauten Zöglingen das Beste zu bieten, und werden in echt christ- licher Toleranz ihre Schwestern ehren und achten.
Eine weitere Folge der Gleichberechtigung— und nicht die geringste— wird hoffentlich die sein, dass der erbitterte Streit zwischen den sogenannten Humanisten und Realisten erlöschen wird, wenn es auch zunächst noch an kleineren Nachhutgefechten nicht fehlen dürfte. ⁰e) Dann wird die „Pädagogik der grossen Worte“ aufhören, und man wird sich noch mehr der„Pädagogik der That“ widmen können, da— mit, wenn das Schreien nach„äusserer Schulreform“ verhallt ist, die„innere Schulreform“, die nie von der Tagesordnung schwinden darf, in Ruhe und Stetigkeit sich immer weiter entwickeln kann. Dazu wird die neue„Monatsschrift für höhere Schulen“ wesentlich beitragen.
So hoffen wir denn, dass die neue Ordnung unseres höheren Schulwesens zu reichem Segen gereichen werde dem ELeben und der Wissenschaft auf allen Gebieten und damit unserm geliebten deutschen Vaterlande. ³²)


