Aufsatz 
Die einheitlichen Ziele im Schulwesen / von K. Knabe
Entstehung
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menschlichen Geistes eine genaue Bekanntschaft mit den Gesetzen der Natur aufzubauen, der Natur, die uns alle um- giebt, und von der wir alle abhängig sind.

Somit ist die Oberrealschule ein modernes Gymnasium geworden, und wir haben es neben dem griechischen(Gym- nasium) und dem englischen(Realgymnasium) als das mathe- matische Gymnasium zu betrachten. Die Mathematik ist ja nicht nur im stande, den Verstand in höchster Weise auszu- bilden, sondern sie hat auch ein wesentlich ethisches Inter- esseé. In den Sprachen gilt auf der Schule nur die Autorität, in der Mathematik dagegen kann sich jeder Schüler Gewiss- heit verschaffen. Aus dem Gebiete der Annahme, der Wahr- scheinlichkeit erhebt er sich hier zur unbestreitbaren Wahr- heit. Freilich gehört zu hervorragenden mathematischen Leistungen auch eine besondere Beanlagung, ²7) und so könnte man sagen, diese Wissenschaft ist nichr für jeden, sie hat einen ausgeprägten aristokratischen Zug.

Diesen schreiben nämlich viele Verteidiger der Gym- nasien dem Unterricht in der griechischen Sprache zu, ²s) aber auch dies können wir nicht auerkennen. ²⁵) ÜUbrigens bin ich der Ansicht, dass auch alle höheren Schulen des Publikums wegen vorhanden sind.

Aber selbst, wenn wir zugeben, so höre ich manchen sagen, dass die Bildung, die durch die Realanstalten erzeugt wird, der gymnasialen durchaus gleichwertig wäre, so können doch die Abiturienten der letzteren Schulen manche Fächer gar nicht studieren, weil zu ihmen die beiden alten Sprachen, mindestens aber das Latein, notwendig ist. Selbstverständlich wissen wir dies und s: gen es unsern Schülern, dass sie zum wissenschaftlichen Betreiben mancher Disciplinen mindestens das Lateinische nötig haben. Es geht den Oberrealschülern wie den Gymnasiasten, die Englisch, Theologie oder Chemie studieren wollen, ohmne auf der Schule Englisch, Hebräisch oder Chemie gehabt zu haben. Auch für das Studium der Mathematik und Naturwissenschaften bietet das Gymnasium eine wenig ausreichende Vorbildung. Dass es möglich ist,