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Leben, Ubergänge von einer Stufe zur andern giebt. Die höhere Mädchenschule nimmt nun in Preussen im Gegensatze zu allen andern deutschen Staaten die eigentümliche Stellung ein, dass sie amtlich nicht zu den höheren Lehranstalten ge- rechnet wird. Nach ihrer Organisation und nach ihren Leistungen ist sie aber für uns unbedingt auf eine Stufe zu stellen mit den Knabenschulen, welche eine allgemeine Bildung II. Grades übermitteln, natürlich mit Veränderungen in den Zielen der einzelnen Fächer, wobei besonders die Anforde- rungen an die intellektuelle Ausbildung niedriger gestellt sind. Dies ist die einzige schulmässige höhere allgemeine Ausbildung für Mädchen, während wir für Knaben drei verschiedene Wege haben. Den Einwand, dass es ja auch Mädchengymnasien und Gymnasialkurse für Mädchen in neuerer Zeit gäbe, kann ich bei unserer Betrachtung natürlich nicht als stichhaltig gelten lassen, da diese ja grundsätzlich lediglich zur Vorbildung auf fach- liche Ausbildung(Medizin-Studium u. dergl.) gegründet und noch verschiedenartig eingerichtet sind. Ich habe die Frauen-Eman- cipations-Bestrebungen in dieser Hinsicht nie billigen können. Die Führerinnen hätten meinem Verständnisse nach viel richtiger gehandelt, wenn sie den so nahe liegenden Anschluss der höheren Mädchenschulen an die Oberrealschulen ins Auge ge- fasst und— soweit sie konnten— im Interesse der Gleich-— berechtigungsbestrebungen der Realanstalten gewirkt hätten. ¹³)
Die höheren Unterrichtsanstalten für Knaben sollen also alle ihrem Zwecke und ihrem Wesen nach den jungen Leuten, die zu den höheren Berufen— sei es als Beamte oder als Gewerbetreibende— vorbereitet werden sollen, eine höhere allgemeine Vorbildung geben. Von diesem Gesichtspunkte aus haben viele Kreise nach der höheren Einheitsschule ge- strebt, da sie meinten, dass die allgemeine Bildung eine ein-— heitliche sein müsse. Nach unserem jetzigen höheren Schul- systeme müssten wir jedoch drei mehr oder weniger ver- schiedene Arten der höheren allgemeinen Bildung unterscheiden. Es sei doch wohl noch die Frage gestattet, ob wirklich das Mass von Wissen, das ein allgemein gebildeter Mensch in höherer


