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Stellung beherrschen muss, so gross geworden sei, dass es auf einer höheren Schule nicht mehr vermittelt werden könnte. Nun, diese Versuche sind gescheitert— und mit Recht, weil sie auf der angestrebten Grundlage undurchführbar waren. ¹⁴) Dagegen stre- bven die Anhänger der sogenannten Reformschulen einen Weg an, um allen Schülern höherer Lehranstalten auf eine Reihe von Jahren hin eine— nicht nur gleichwertige, sondern— völlig gleiche Ausbildung zuteil werden zu lassen. Im allgemeinen trennen sich jedoch die lateintreibenden von den lateinlosen Schulen von Anfang an. Das Gymnasium, das übrigens kaum älter als das Realschulwesen ist, ist nicht auf nationalem Boden erwachsen; es hat sich in Anlehnung an die nach-reformatorischen Lateinschulen entwickelt.„Die nationale Sprache, die nationale Poesie, die nationale Gesittung sind nach dem Mittelalter durch jene merkwürdige Eigenart der Deutschen, sich mit Hingebung und Hochachtung zunächst immer dem Fremden unterzuordnen. in Deutschland verschwunden. In der kirchlichen Freiheit hat dasselbe die Bahn für die ganze Weltgeschichte gebrochen (durch die Reformation); in der Wissenschaft liegt dasselbe gleichsam mit gebundenen Händen zu den Füssen der mittel- alterlichen Tradition, und seine ganze nationale Individualitäit besteht noch immer nur in der Art und Weise, wie es sich das Altertum einerseits und das Fremde andrerseits aneignet.“ So ist die Hingabe an den Gedanken zu erklären, dass alle Bildung nur in Klassizität und Latinität besteht. ¹5)
Aber grade wegen dieser unserer eigentümlichen Kultur- entwicklung stehe ich nicht an, dem Gymnasium ebenso wie dem Realgymnasium und der Oberrealschule die Aufgabe zu— zuschreiben, eine höhere Allgemeinbildung zu bewirken.
Die Behauptung, als würden auf den jetzigen Gymnasien junge Römer und Griechen erzogen, ist als ebenso unzutreffend abzuweisen wie diejenige, dass die Realanstalten ihre Zöglinge zu Franzosen und Engländern heranbildeten; alle drei Schulen stehen vielmehr im Dienste einer nationalen Allgemeinbildung.
Sind dazu nun die drei höheren Lehranstalten in gleicher Weise im Stande, oder ist diejenige Bildung, welche die eine
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