Aufsatz 
Die einheitlichen Ziele im Schulwesen / von K. Knabe
Entstehung
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hat in andern Fächern z. B. in den fremden Sprachen Anfänge gehabt, mit denen er nichts anzufangen weiss.

Die höheren Lehranstalten sind in ihrem Lehrplane dar- auf eingerichtet, vollständig besucht zu werden, wie es auch die Bürgerschule sein muss. Da nun aber erfahrungsgemäss nur ein kleiner Procentsatz der Schüler die Reifeprüfung ab- legt, so ist seit den Lehrplänen von 1892 ein gewisser Ab- schluss der Bildung an das Ende der Untersekunda gelegt worden. Mindestens also bis zur Versetzung nach Obersekunda (d. h. bis zur Erlangung des Berechtigungsscheins für den ein- jährig-freiwilligen Militärdienst) müsste jeder Schüler einer höheren Lehranstalt dieselbe besuchen, wenn er nicht mit einer verkümmerten weil unabgeschlossenen Bildung ins Leben treten will. Allerdings unterscheidet sich in dieser Frage das Gymnasium von den Realanstalten insofern, als es noch mehr als diese auf den Oberbau hinweist, also auf dieser Stufe eine weniger abgeschlossene Bildung giebt. Die Bildung aber, welche die höheren Schulen vermitteln, ist ebenfalls eine allgemeine, keine fachliche. Alle drei Arten von höheren Lehranstalten bereiten nicht auf einen bestimmten Beruf vor: das Gymnasium soll so wenig eine Vorschule für eine Anzahl von Fächern auf der Universität sein, wie die Oberrealschule eine solche für die technische Hochschule. Somit vermittelt die Bürger- schule eine allgemeine Bildung I. Grades, die höheren Lehran stalten eine solche II. und III. Grades, je nachdem ihr Kursus bis zur Obersekunda oder bis zum Reifezeugnisse besucht wird.

Bevor wir jedoch auf diese Frage'näher eingehen, sei es mir gestattet, einen kurzen Blick auf die Unterrichtsanstalten zu werfen, die den Mädchen eine höhere Ausbildung gewähren als die Bürgerschule. Ich betone hierbei, dass ich auf die sogenannten Mittelschulen für Mädchen sowie diejenigen für Knaben und damit auf Rektorats-, höhere Stadt-Schulen, oder wie sie heissen mögen, nicht weiter eingehe, da diese Institute eine mittlere Stellung zwischen den niederen und den höheren Lehranstalten einnehmen und somit beweisen, dass es natürlich auch im Bildungswesen, wie überall im