Aufsatz 
Die einheitlichen Ziele im Schulwesen / von K. Knabe
Entstehung
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Leben ihres Volkes und ihrer Zeit auszurüsten. Somit ist schon gegeben, dass der Begriff der Allgemeinbildung ein wechselnder, aber kein konstanter sein muss verschieden nach der Nationalität, verschieden nach den Jahrhunderten. So ist heute der Begriff einer gelehrten wie im Mittelalter mit einer höheren allgemeinen Bildung durchaus nicht mehr kongruent. Aber wie entsteht nun diese charakterisierte Fähigkeit in dem Menschen? Welche Mittel und welche Wege sind notwendig und hinreichend, um sie in einem Menschen zu erzeugen? Das ist die berühmte Streitfrage, in die wir hier jedoch nicht weiter eindringen dürfen. Wenn wir auf der einen Seite¹) hören, dass zur Einheit des Be- wusstseins die sprachliche Bildung keinen Beitrag liefert, so wird uns auf der andern Seite zugerufen⁵):Man treibe Griechisch und lehre und lerne Griechen um der echten Grie- chen, um des sittlichen und aesthetischen Gewinnes, um der Humanität, aber nicht um der sachlichen Belehrung willen! und⁶)Für uns sind die klassischen Sprachen neben der fort- dauernden, weil unvergänglichen formalen Bedeutung ein wesentliches Mittel, das antike Leben aus seinen Quellen kennen zu lernen.

Recht schwierig dürfte es sein, a priori die Lehrgegen- stände abzuleiten, die zur allgemeinen Bildung für einen Deutschen notwendig wären. Würde dann wohl das deutsche Gymnasium entstehen, von dessen Unersetzlichkeit so viele überzeugt sind? Der schon genannte Aufsatz von Schuppe: Was ist Bildung?, der wegen seiner allgemeinen Ausein- andersetzungen sehr lesenswert ist, kann in seinen Schluss- ergebnissen nicht befriedigen.Der Wert der lateinischen und griechischen Sprache in dieser Beziehung(nämlich nach der Seite der Erkenntnis der wirklichen Welt) lässt sich dem Unkundigen nicht im Allgemeinen demonstrieren, sagt er,?) also nur dem Kundigen, d. h. doch wohl nur dem, der selbst schon daran glaubt. Aber ich kann und darf Ihnen nicht zu- muten, noch länger bei diesen Fragen zu verharren.¹) Lassen Sie mich diese Betrachtungen schliessen mit der Definition