Aufsatz 
Die einheitlichen Ziele im Schulwesen / von K. Knabe
Entstehung
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tracht. Ein Mensch ohne Moral hat ebenso wenig wie ein Mensch ohne eine Spur von Kunstsinn oder Kunstverständnis den Anspruch darauf, ein allgemein gebildeter genannt zu werden. Natürlich kann nun die höchste menschenmögliche Bildung nicht darin bestehen wie Schuppe sehr richtig be- merkt das ganze Leben nach gleichmässiger Zunahme in allen Wissenschaften zu streben, sondern es ist eine allgemeine Bildung festzulegen, auf die gestützt eine Berufswissenschaft fachgemäss zu betreiben ist.

Die Welt, deren Erkenntnis die Klarheit des Bewusst- seins steigert, gliedert sich in die Subjekte und die Objekte. Die Welt der Objekte war in der geistigen Ausbildung lange Zeit hindurch sehr vernachlässigt; jetzt fürchten viele, dass die Welt der Subjekte in unsrer weiteren Schulentwicklung zu kurz kommen solle. Es ist der alte Streit zwischen den recht unglücklich sogenannten Natur- und Geistes-Wissen- schaften oder den noch unglücklicher bezeichneten Geistes- richtungen: Realismus und Humanismus, der nach einer Lösung ringt. Die Pflege der verschiedensten Interessen im Gegen- satze zur fachlichen Bildung, die nur ein bestimmtes Interesse erzeugt und fördert die Vielseitigkeit des Interesses soll, um mit Herbart zu reden, geweckt werden. Diese Fülle der Interessen muss beschränkt werden durch diejenigen Willens- richtungen, welche den Zwecken der Sittlichkeit dienen. ¹) Die Schule soll in den Schülern das Gefühl der Selbst- verantwortlichkeit für ihr Wissen, Können und Handeln erzeugen, das Bewusstsein der Mündigkeit in ihnen her- vorrufen. Demnach kommt es also bei der Allgemeinbildung nicht sowohl auf die Art und die Menge des Wissens an, als auf die Gesinnung, die in dem Zögling hervorgerufen worden ist, die sich in der Vermehrung des Wissens auf Grund eigner Erkenntnis und Forschung ausspricht. Die Bildung setzt also vor allem und zuerst voraus eine von innen heraus gewachsene eigentümliche Gestalt. Sie muss den Menschen die Fähigkeit darbieten, sich durch Fachstudium(im allgemeinsten Sinne genommen) zu verständnisvoller Teilnahme an dem geistigen