125
13⁰
135
1⁴⁰
145
150
— 7—
(Der Chor, beſtehend aus Frauen Troizens, tritt auf. Er umwandelt in feierlichem
Schritte die Orcheſtra und ſingt das Eintrittslied. Chorlied. Okeans Felſen nennt ſich ein Ort, reichlich ſprudelt das Waſſer dort, mit Krügen ſchöpft man den ſtrömenden Quell, der dem Hang entfließet ſilberhell. Eine befreundete Frau, die an dem Felſen ſtand, wo ſie mit rieſelndem Tau netzte das helle Gewand und es auf warmem Geſtein ſonnte, traf ich allein. Ich vernahm aus ihrem Munde von unſrer kranken Herrin die erſte Kunde.
Ans Bett gefeſſelt welke ſie hin, ſiechend verzehre ſich Leib und Sinn, ein leichter Schleier verhülle dicht ihr blondes Haar, ihr bleiches Geſicht.
Ja ſchon der Tage drei
nehme ſie Speiſe nicht,
halte den Körper frei
von Demeters Gericht;
doch ihres Leidens Grund
mache ſie keinem kund, entſchloſſen, in trauerndem Schweigen ins düſtre Reich des Todes hinabzuſteigen.
Hat dir Hekate oder Pan,
junge Herrin, ein Leids getan,
oder die heiligen Korybanten,
ſchwärmend in Mutter Kybeles Landen? Haſt du Diktynna, die Jägerin,
nicht verehrt mit gläubigem Sinn,
nicht ihr die Opferkuchen verbrannt,
und hat ſie dies Leid dir geſandt?
Denn ſie kommt rächend auch über das Meer im Wirbel der ſchäumenden Salzflut daher.
Oder bereitet dir bittere Qual, Theſeus, dein erhabner Gemahl?
Er, der Beherrſcher der Erechthiden, ſtört dir der Ehe Recht und Frieden,


