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(Hippolytos wendet ſich zum Abgehen, ein alter Diener tritt ihm entgegen.) Diener. O Fürſt,—
denn nur die Götter ſoll man Herren nennen,
willſt du wohl hören einen guten Rat?
90 Hippolntos. Wie ſollt' ich nicht? Sonſt müßt' ich töricht ſcheinen.
Diener. Weißt du, was tief den Menſchen eingewurzelt?
Hippolytos. Nein, nein. Was iſt's? Was fragſt du mich danach?
Diener. Zu haſſen einen ſtolz verſchloßnen Sinn?
Hippolntos. Gewiß, ſie tun's, und wär' er noch ſo rein. 9 Diener. Daß ihre Gunſt erwirbt, wer freundlich iſt?
Hippolytos. In vollem Maß und Ehren ohne Müh'.
Diener. Und glaubſt du nicht die Götter gleichen Sinns? Hippolyntas. Wenn Menſchen wirklich wie die Götter fühlen.
Diener. Und dennoch ehrſt du eine Gottheit nicht?
100 Hippolytos. Wen? Wahre deine Zunge, hüte dich! Diener. Sie iſt's, die hier am Tor ſteht,— Aphrodite. Hippolytos. Dem Reinen iſt ſie lieb, wenn ſie ihm fern. Diener. Doch iſt ſie bei den Menſchen weit verehrt.
106 Hippolytos. Ihr Dienſt mißfällt mir, der die Sonne ſcheut.
10- Diener. Verehrung, Jüngling, heiſchen alle Götter!
104 Hippolntas. Man wertet Menſchen nicht, noch Götter gleich.
105 Diener. Mög'ſt du bei rechter Einſicht glücklich bleiben! Hippolytos(ſich zu den Jagdgenoſſen wendend). Nun fort, Genoſſen, geht hinein ins Haus, gedenkt des Mahles; denn ein voller Tiſch uo iſt nach der Jagd erquickend. Striegelt auch die Pferde, die ich an den Wagen ſchirren und weitertummeln will, wenn ich geſpeiſt! (Zum alten Diener.) Doch deine Kypris bleibe mir gewogen!(as mit den Genoſſen,) Diener(alein). Ich werde nicht der eitlen Jugend folgen. ¹u¹s Darf ich als Sklave auch nicht alles ſagen, hab' ich doch meine eigenen Gedanken. Ich bete fromm vor deinem heil'gen Bild, o Herrin Kypris. Übermüt'ges Alter verſteigt ſich gern zu törichtem Gerede; ¹20 verzeihe du's und achte nicht darauf! Denn klüger als die Menſchen ſei ein Gott!(uo)


