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geheimer Liebe ſich freuend im Haus? Oder fuhr übers Meer hinaus,
von Kreta kommend, ein Schiffersmann, legte am gaſtlichſten Hafen an,
brachte dir ſchmerzliche Kunde ins Land, die dich nun trauernd ans Lager bannt?
Naht dir die Zeit der ſchmerzenden Wehen, wo uns der Gleichmut pflegt zu zergehen, wo unſer Geiſt, geängſtet, verwirrt,
hilflos von Sorgen zu Sorgen irrt? Einſtens raſt' auch in mir dieſer Schmerz und ich betete himmelwärts,
rief die helfende Artemis an,
die auch den Todespfeil ſenden kann.
Ewig geprieſen von mir und verehrt, wandelt im Himmel die Göttin wert.
(Ein Ruhelager wird herausgebracht. Phaidra tritt auf, von Dienerinnen geführt. Die Amme bemüht ſich um ſie.)
Chorführerin. Doch ſeht dort die Amme, die greiſe, am Tor, ſie bringt aus der Halle die Herrin hervor, eine Wolke umdüſtert ihr Augenlicht. Was zerſtört ihren Leib, der ſo blühend zuvor? Was bleicht ihr Geſicht? Zu wiſſen begehrt's meine Seele. Amme. O Krankheit der Menſchen, verhaßteſtes Leid! Was ſoll ich dir tun? Was tu' ich dir nicht? Hier haſt du den Himmel, das ſtrahlende Licht, hier ſteht dir im Freien das Lager bereit, ſowie du's verlangt; dein einziger Wunſch war's draußen zu ſein, bald treibt dich's wohl wieder ins Zimmer hinein, denn unbeſtändig und freudlos ſchwankt dein launiſcher Sinn, und ſtets nach dem Fernen ſehnt er ſich hin.
(Phaidra hat ſich ſchlaff aufs Lager niedergelaſſen, die Dienerinnen umſtehen ſie. Die Amme tritt in den Vordergrund.)
Ach, beſſer krank als Pflegerin ſein, denn die Pflegende fühlet die Seelenpein, und die Arbeit der Hände müht ſie dazu.


