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Und eh' ſie kam in dies troizen'ſche Land, zo ließ ſie dem Fels der Pallas gegenüber, wo man bis hierher weit hinüberſchaut ein Kyprisheiligtum, der fernen Liebe ein gegenwärt'ges Denkmal, ſich errichten, das einſt nach ihm den Namen tragen wird, weil es die Sehnſucht ſeinetwegen baute. Seit aber Theſeus die kekrop'ſche Stadt, 35 des Pallantidenmordes Frevel ſühnend, verließ, hierher mit ſeiner edlen Gattin in die Verbannung wegging nach Troizen, wo er ein Jahr der Buße ſchwur zu bleiben, da erſt verzehrt ſich die Unſelige und ſtöhnt, gepeinigt von der Liebe Stacheln, ao in ſtillem Leid, das niemand kennt als ſie. Doch ſoll ſich in verſchwiegnem Dunkel nicht vertoben dieſe Glut. Sie ſoll ans Licht und kundig werden Theſeus' ſtolzem Sohn. Und dieſen Jüngling, der uns feindlich iſt, ihn wird durch ſeinen Fluch der Buter töten, 45 dem einſt des Meers Beherrſcher es verſprach, er ſolle dreimal nicht vergebens bitten. Sie aber, Phaidra, wird nicht ruhmlos enden, doch muß ſie mit ihm untergehen auch; denn nimmer kann ihr Unglück mich bewegen, die Strafe, die befriedigt meinen Zorn, bo dem ſchuld'gen Feinde ſchwächlich zu erlaſſen. Doch ſieh!— der Sohn des Theſeus kommt daher, Hippolytos, der Müh' des Jagens ledig. Ich gehe drum und will den Platz ihm laſſen. Ein großer Schwarm von Dienern folgt ihm nach, ss mit lauten Liedern ſeine Göttin preiſend. Noch weiß er nicht, daß ihm des Hades Tor ſchon offen ſteht, daß er dies Licht der Sonne am heut'gen Tag zum letztenmal erblickt. Gerſchwindet.)
(Hippolytos tritt auf mit dem Gefolge ſeiner Jagdgenoſſen.) Hippolytos. Folget, Genoſſen, heran! Stimmet ein Loblied an 60 Artemis, unſerer Göttin!


