Aufsatz 
Eine Fuldaische Chronik aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts / von Gangolf Hartung. Hrsg. von J. Gegenbaur
Entstehung
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gewaldt haben, undt blunttern wallen und darnach in Brandt ſtecken, aber durch der burgerſchafft ihr geldt, das mehr alß 6000 Reichtt. zu ſteijer Komen, undt uff die helfft hinauß geſickt in einem Faſſ, undt hatt man in alle tag Brodt, Wein, Bir genunſſam hinauß geſickt auff Wagen, undt die Bauwer die Kein ſaldaten gehab haben, haben Brodt muſſen in die Stadt Fuld tragen inß Radthauß und ihn hinauß geſchickt bey tag undt Nacht, und haben die Burgerſchafft, Juden, Studenten undt Handirrunggeſell muſſen alle in ihrem gewehr gehen, undt auch die geiſtlichen Herrn ſelbſten, Tag undt Nacht muſſen Fleiſſig Wacht halten uff dem Duhren, undt umb die Stadt hatt man auch fleiſſig Wacht gehalten tag undt nacht, undt iſt blanckennauw, haſſelſtein, grüſſelmich, marbig, Gitterfelt, auffhauſſen, Steinen hinder dem Petersberg undt auch den Petersberg ſelbſt geblunttert undt beſtollen, undt noch viell Durffer mer undt Stedt im Fuldiſchen Landt außgeblunttert undt gebrandtſchatzt undt ſindt fordt nach der Wetterauw gezogen.

Anno 1622 uff maria empfencknustag dem 8 Chriſtmonat iſt Johann fridrig von ſchwalbach, apt zu Fulda, zum Neuwenhoff in gott ſellig Entſchlaffen undt den 9. des Monats nach Fuld gefurdt wurden undt den 12. zu fulda in den Stifft in das Kouendt von der Hittterſchafft getragen wurden, vndt ein Stattlich Leicht Prediget gehalten wurden, von ſeinem beichtvatter undt ehrlich begraben worden, Gott der allmächtig geb ihm undt uns allen ein frochlich Vfferſtehung. Amen.

Anno 1622 im advendt 8 tag vor dem Chriſtag hatt der Beyer Fürſt 200 Reiter undt 100 Krawatten in Stifft Fulda geſchickt undt zum Neuwenhoff undt eichen Zell undt Kerzell inLoſiret undt etliche zu Fuld eingezogen undt den freittag vor dem chriſtag uffgebrochen und nach geiſſa undt hunfeldt inloſiret und folgens den chriſtag da ligen bleiben und haben einen franziſganer Möng mitgebracht ihr feldtprediger wehler zum gulten Stern zu Fuld Kranck wurden undt uff S. Johanneßtag den letzten Chriſttag geſtorben, undt den Donnerſtag in die Franzis⸗ ganer Kirchen begraben worden, undt iſt ein oberſter Krawadt und 3 anderen Krawaden mit zum grab gangen.

Anno 1623 den 12. Januari iſt Johann Bernhart ſchenck von ſchweyntzburg geweſſener Degandt zu Fulda, zu einem Apt Ehrwellet wurden, undt ein ſtadlich Meß gehalten im Stifft, und die Wurzburger ſaltaden, ſo in der Stadt ligen 3 Mahl ſalve geſchoſſen, undt die Purer auch die Dobelhachen in Schloſſ auch, undt Stadlich eingefuhrdt.

Anno 1622 uff den Chriſtag iſt in Stifft Fulda des Biſchoff von Wurzburg ſein ſoldaten Komen undt uff die Durffer nach Lüder, bimbach, maberzehl, hora, gleſſerzel undt hin undt witter uff die 2500 gelegt wurden, undt 100 in die Stadt, undt vill nach ſchlitzt, Lanenhauſſen, angſerspag, Lauderbach, Mahr, undt allenthalben voll gelegt worden, undt den oberſten Hirſſberger, auch zu fulda undt ander oberſt mehr undt fenrich auch.

Anno 1622 den 19. January iſt Eberhard Milgling ſchutzberg genand, zu einem Dechgandt geweldt wurden, undt Stadlich auff die Dechanney eingeführd wurden.

Anno 1623 hatt man die Krawatten widerumb fort gelegt, alß nemlich uff den fogelsberg hin und wider in alle Dorff voll, in der ReidEſſell Landt auch voll, undt zu geyſſa, hinfeldt, undt allen halben ſeldt erRumer voll, undt alle tag in die Stadt fulda gezogen undt darin geſoffen undt inKaufft undt ſehr doll gehandelt darinnen, undt haben den armen Leudten viell Leidts angethan, widerumb ſindt viell ſaldatten zu Fulda undt uff den Dorffern geworben wurden undt zu Fulda bewerdt wurden.

Anno 1623 hatt der apt von fulda Johann Bernhartt ſchenck von ſchweintzburg die Dorffpfarherrn hin und wider veranttert, einen dahin den andern dorthin uff den Dorffern, undt hatt im ganzen Landt Neuwe Zollſchillt off gehenckt undt ſein Wappen daran laſſen mallen, widerumb hatt er viell der alten Hoffdiener am Hoff abgeſetzt undt uff der Cantzelley auch gar viell abgeſezt.

Anno 1623 in der Karwochen uff den grundunerstag, hatt man zu fulda die fahn des verſtorbenen Biſchoffs