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Unter den Nachfolgern Heinrichs VII. ist Ludwig der Bayer für die Stadt Frankfurt von größter Bedeutung gewesen. Seine Wahl war wie die seines Mitbewerbers Friedrichs des Schönen auf dem Felde von Frankfurt erfolgt, aber nicht dem Habsburger, sondern dem Wittelsbacher öffnete der Rat die Tore, und das Volk jubelte ihm bei seinem Einzug in die Stadt zu²), und die Stadt förderte auch seine Krönung in Aachen. Im Kampfe mit dem Papsttum stand sie mit unerschütterlicher Treue auf seiner Seite, trotz des Interdiktes, mit dem sie seit 1329 belegt wars). Ludwig hat ihr diese Anhänglichkeit auch nie Vergessen; sie war ihm die Stadt, in deren Mauern er sich am liebsten aufhielt; nicht weniger als 48 oder 49 mal war er während seiner fast dreiunddreißigjährigen Re- gierung ihr Gast), und er stattete sie mit Privilegien aus, die die Grundlage ihrer Freiheit und ihres Wohlstandes bildeten.
Trotzdem, daß uns direkte N achrichten darüber fehllen, ist kein Zweifel, daß er bei seiner überaus häufigen und dabei längeren An- wesenheit in der Stadt— im Jahre 1338 war er viermal in Frankfurt und blieb das eine Mal fünf Wochen daselbst, ein anderes Mal acht Wochen— mit der jüdischen Gemeinde in Berührung kam. Mehr als seine Vorgänger gewann er wohl Einblick in ihre Verhältnisse und ihre Leistungsfähigkeit, und besonders in der zweiten Hälfte seiner Regierung ist mancher seiner Erlasse ihr gewidmet.
Das Verhältnis des Kaisers zu den deutschen Juden ist ver- schieden beurteilt worden. Graetz) hält ihn für ihren Feind, denn „Kkein deutscher Herrscher vor ihm hat seine Kammerknechte so übel behandelt, verpfändet, verkauft als Ludwig der Bayer“;
¹) Was nicht zurückgekauft wird, das blibet bi hern Wigande ader bi sinen erbin eigentliche, also das die juden beaster der zit niemer dekeines widerkoufes endurfin ge- denken ewecliche ader ummermere. Die weiteren Schicksale des jüdischen Friedhofes s. im Abschnitt Die Judengasse.
²) Kirchner, Gesch. der Stadt Frankf. a. M. S. 157.
3) I. c. S. 160.
4) Kriegk, Frankfurter Bürgerzwiste im Mittelalter S. 6 und 7.
⁵) Geschichte der Juden Band VII, S. 325.


