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Bei gleichmässigem Fleisse wird der Zögling dieser Anstalt sich diejenigen Kenntnisse und Fertigkeiten aneignen, welche von ihm sowohl beim Uebergang auf die Universiät als auch bei dem unmittelbaren Eintritt in solche Fächer des Staats- dienstes, die der akademischen Studien nicht bedürfen, verlangt werden und er wird die dafür angeordneten Prüfungen, ohne eine ängstliche Vorbereitung nöthig zu haben, leicht bestehen können. Ueber die bisherige Erfahrung in dieser Beziehung und über das Verhältniss unserer Zöglinge zu dem neuen Abiturienten- Reglement habe ich mich in dem vorjährigen Programm ausgesprochen.
Aber vielleicht ist es nicht genug, eine öffentliche Erziehungsanstalt bloss von dem Vorwurſe der zu geringen Berücksichtigung des Gesundheitszustandes ihrer Zöglinge zu befreien; mancher Jugendfreund möchte von derselben wohl auch eine positive Einwirkung auf die physische Ausbildung der Jugend erwarten. Es kann gewünscht werden, dass zweckmässige Leibesübungen einige Nebenstunden ausfüllen und dass den häuslichen Beschäftigungen der jungen Leute zum Theil auch eine Richtung gegeben werde, die ihr physisches Wohl befördern hilft. Das Real-Gyannasium hat auch in dieser Beziehung manchen gerechten Anforderun- sen dadurch zu entsprechen gesucht, dass schon seit drei Jahren an demselben den Schülern Gelegenheit zu Leibesübungen im Freien und im geschützten Raume geboten ist. Auch tragen die an den Nachmittagen häufig eintretenden Excursionen der Lehrer mit einer angemessenen Zahl von Schülern, in welchen theils die Kennt- niss der Naturwissenschaften befestigt und erweitert, theils manche Uebung im Feld- messen, Nivelliren u. dgl. vorgenommen wird, gewiss dazu bei, sehr erspriesslich für Körper und Geist zugleich zu sorgen, und in dem unverdorbenen Jünglinge die Jugendfrische zu erhalten..
Vorstehende Bemerkungen hatten zum Zauehh den Eltern, welche dem Real-Gymna- sium ihre Kinder anvertraut haben, die Boruhigune zu geben, dass die gewiss auch in Bezug auf die meisten andern höheren Lehranstalten übertriebenen Besorgnisse, denen sich einige Freunde des Schulwesens hingeben, durch die Einrichtung dessel- ben und durch anderweitige Veranstaltungen gehoben sind. Die Lehrer werden ferner, wie bisher, über der Aufrechthaltung dieser Einrichtungen wachen und so wird von Seiten der Anstalt aus das geschehen, was hier zum Guten führt.
Von ihr allein kann aber nicht Alles bewirkt werden. Es bedarf eines voll- kommenen Vertrauens von Seiten der Eltern und Angehörigen und eines häuslichen Wirkens derselben im Sinne der Anstalt und im Einverständnisse mit den Lehrern. Wie schon die häusliche Erziehung nicht gedeihen kann, wenn das Kind die ge- ringste Disharmonie zwischen den Eltern wahrnimmt; so ist auch die Wirkung der Schule auf die Jugend gehemmt, oft sogar gelähmt; wenn das häusliche Leben mit den nothwendigen Anforderungen der Schule in einem Missverhältnisse, oder wohl gar in vollkommenem Widerspruche steht.


