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sächlichsten Sprachgesetze und der mathematischen Entwicklungen dienen. Wöchent- lich kommt auch eine historische Nacherzählung, die zugleich Stilübung wird, hin- zu. In den mittleren Klassen treten, besonders in der Muttersprache, an die Stelle der kurzen Arbeiten längere Aufsätze, die dagegen in nicht so schnell wiederkehrenden Ablieferungsterminen eingefordert werden. In den obersten Klassen verwandeln sich fast alle Arbeiten in dergleichen längere nach mehrwöchentlicher Frist einzurei- chende Aufsätze. Dadurch wird gewiss dem Jünglinge, je freier und selbstständiger seine Geistesthätigkeit durch die vorgängige wissenschaftliche Bildung geworden, auch eine um so freiere Benutzung seiner Musse vergönnt. Es sind allerdings bestimmte Arbeiten, die er abliefert, doch sind sie von dem Lehrer mit Berück- sichtigung seiner Kräfte und seines wissenschaftlichen Standtpunktes gewählt, und es ist ihm längere Zeit gestattet, innerhalb welcher er die günstige Stimmung für die Arbeit abwarten kann. Die regelmässige Vorbereitung auf die Schulstudien selbst kann dem, der gleichmässig fortarbeitet, nicht schwer werden, und so wird er durch diese Anforderungen die freie selbstständige Entwicklung seines Geistes nur gefördert, nicht gehemmt fühlen. Wie schwer es andrerseits oft ist, dass die Mehrzahl der jungen Leute,— und für diese ist doch die Schule,— ihren Privatstu- dien eine bestimmte Richtung gebe, merkt vorzuglich der Lehrer des Deutschen in den obersten Classen; indem nicht selten der Fall eintritt, dass die Zöglinge, denen er zum Aufsatze die Wahl des Thema überlassen hat, ihn ersuchen, dieses doch lie- ber für sie zu bestimmen. Auch fällt in der Regel, wenn die Schüler in solchem Falle selbst gewählt haben, der Aufsatz keineswegs besser aus; als wenn sie ein ihnen vorgeschriebenes Thema behandelt hätten. Das Lehrercollegium am Real- Gym- nasium bespricht sich zu Anfange jedes Semesters in einer Conferenz über die häuslichen Arbeiten, um die verschiedenen Anforderungen an die jungen Leute so gegen einander auszugleichen, dass ein Schüler mit mässigen Fähigkeiten nicht länger als zwei Stunden täglich daheim für die Classe zu arbeiten hat.
Rechnet man diese 12 wöchentlichen Arbeitsstunden noch zu den 32 Lehrstunden so ist die Gesammtzeit, welche die Schule mit ihren Uebungen in Anspruch nimmt, 44 Stunden in jeder Woche. Sei nun auch der Sonntag ganz der Kirche und dem haäus- lichen Leben gewidmet, so bleiben doch von den 6 Werktagen, 8 Stunden der nächt- lichen Ruhe gegeben, 96 Stunden übrig, welche der junge Mensch wachend verlebt. Von diesen nimmt die Schule noch nicht die Hälfte in Anspruch. Mag der schwächere Schüler auch täglich eine Stunde mehr zur Arbeit nöthig haben, so behält er doch noch 46 Stunden, also täglich 7 ¼, zur Pflege des Körpers, zu Privatstunden und dergleichen, und dieses Exempel, welche s in seinem Ansatze in Bezug auf das Real- Gymnasium ganz richtig ist, lehrt deutlich, dass die häuslichen Arbeiten die Kräfte der JIugend nicht übersteigen und dass die Einrichtung der Schule dem Vorwurf, die Gesundheit der Schüler zu untergraben, nicht ausgesetzt sein kann.
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