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ermuntert und, durch diese Ermunterung zur geistigen Thätigkeit einmal angeregt, auch für andere empfänglich gemacht werden. Wer hatte da ahgestumpft? fragen wir: die abweisende, einseitige Schule, oder die ermunternde, vielseitige? Wenden wir uns nun zu dem zweiten Punkte, der die Vielheit der Lehr- stunden betrifft; so muss auch hier jede Lehranstalt sich besonders über die Aus- dehnung der den einzelnen Objecten gewidmeten Zeit rechtfertigen. Das Real- Gymnasium kann zunächst mit den übrigen Berlinischen Anstalten der Furcht, dass die Gesundheit der jungen Leute durch die Klassenstudien litte, die Bemer- kung entgegensetzen, dass die grösseren der Erholung bestimmten Unterbrechungen welche durch die Ferien herbeigeführt werden, 10 Wochen, also den fünften Theil des Jahres, einnehmen, dass ferner die grössern wöchentlichen Unterbrechungen des Unterrichts durch den Sonntag und zwei freie Nachmittage wiederum 3 von der übrigen Tageszeit ausschliessen; so dass im Durchschnitt nur 4 sämmtlicher Vor- und Nachmittage in den Klassen verlebt werden. Die sogenannten halben Sommer- ferien, durch welche in den zwei heissesten Monaten des Jahres noch zwei Nach- mittage wöchentlich ausfallen, gewähren bei den städtischen Gymnasien den Schülern ausserdem noch manche Erholungsstunden; so dass, wenn in den zur Arbeit übrig bleibenden Vor- und Nachmittagen ihre Kräfte auch auf das höchste gespannt würden, doch noch Zeit genug zur nöthigen Ruhe übrig pliebe. Aber es nehmen ja nicht alle Stunden die angestrengteste Thätigkeit fortdanernd in Anspruch. Die ganze Art und Weise des Schulvortrages, der doch in den Verstandeswissenschaften, wie Mathemathik, Physik, Grammatik, mehr oder weniger erotematisch ist, in der Ge- schichte, im Uebersetzen der Classiker häuſige Wiederholungen nöthig macht, ist nirgend für alle vollkommen aufmerksamen und tüchtig fortschreitenden Schüler so anstrengend und abspannend, dass nach jeder Stunde eine längere Ruhe nöthig wäre. Die nach zwei Stunden gewährte viertelstündige Pause, während welcher die Schüler sich im Freien ergehen, so wie die grössere von zwei Stunden, welche zwischen dem vor- und nachmittäglichen Unterricht eintritt und doch in der Regel nicht zu Geistes- arbeiten verwendet wird, bieten zur physischen Erholung hinreichende Gelegenheit. Wo, wie hier in Berlin und an vielen andern Orten, füur geräumige Classenzimmer, zweckmässige Subsellien gesorgt und die zu sehr gesteigerte Schülerzahl vermieden ist, möchte sich auch schwerlich ein physischer Nachtheil von dem so regelmässig un- terbrochenen sechsstündigen Aufenthalt eines gesunden jungen Menschen in dem Schulzimmer ernstlich nachweisen lassen. Durch die Erfahrung sämmtlicher hiesi- gen Lehrer dürfte diese Annahme wenigstens keine bedeutende Unterstützung finden. Da hier der Zustand des Real-Gymnasiums in Bezug auf die fraglichen Punkte dargestellt werden soll; so theile ich die folgende Uebersicht der jedem Gegenstande in jeder Classe gewidmeten Stundenzahl mit, die dem für das 7


