Aufsatz 
Der allgemeine Unterschied des römischen Lautgesetzes von dem der übrigen Sanscritasprachen : Abhandlung / [Albert Agathon] Benari
Entstehung
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Es ist hier der Ort nicht, das gesammte Schulwesen, dessen erfreuliches Wirken in unserem Vaterlande vor Augen liegt, gegen dergleichen Beschuldigungen zu rechtfertigen, noch weniger, auf die behauptete Abschwächung und deren, wenn sie vorhanden ist, tiefer, gewiss ganz ausser dem Gebiete der Schule, liegende Ur- sachen einzugehn. Indessen scheint es der Sache gemäss und Verpflichtung gegen

die Eltern und Angehörigen der dem Real-Gymnasium anvertrauten Zöglinge, die nächsten Leser dieser Einladungsschrift, das Verhältniss auseinander zu setzen, in welchem diese Anstalt zu den aufgeführten allgemeinen Anklagepunkten steht.

Von dem ersten derselben, der sich auf die Vielheit der Unterrichtsgegen- stände bezieht, scheint diese Anstalt mehr getroffen zu werden, als jedes andere Gymnasium; da sie dem Unterrichte in den alten Sprachen, von denen sie die Latei- nische zu einem unerlässlichen Lehrobjecte macht, einen etwas ausgeführteren Un- terricht in den Naturwissenschaften beigesellt und den in der Mathematik und in den neueren Sprachen im Verhältniss zu andern höhern Schulen etwas steigert. Der eben aufgeführte Lehrplan, ein durch sechsjährige Anwendung des 1829 im Programme mitgetheilten Grundplans hervorgegangenes Ergebniss, nennt in der That so viel Un- terrichtsgegenstände, als eine auf allgemeine Geistesbildung berechnete Schule nur irgend in ihren Lehrkreis ziehen kann.

Bliebe es bloss bei dieser Vielheit, so wäre allerdings ein nachtheiliger Ein- fluss von einem solchen Unterrichtsverfahren zu erwarten. Aber es liegt dieser Viel- heit eine Einheit zum Grunde, die durch den Geist der Anstalt gebildet und erhal- ten wird. Durch diese ist dafür gesorgt, dass der nach verschiedenen Seiten hin rege gehaltene jugendliche Sinn gesammelt, und unvermerkt auf die Beziehungen des von ihm aufgefassten Mannigfaltigen zu seinem eigenen Geiste zurückgeführt wird. Wollte jemand sich durch Privatstunden gleichzeitig in so vielen Ge- genständen ausbilden und zwar hei verschiedenen Lehrern, zwischen denen keine anderweitige Verbindung Statt fände; so würde sich mit ziemlicher Gewissheit jener nachtheilige Erfolg von dieser Bildungsweise voraussagen lassen, der dem vielseitigen Treiben der Gymnasien jetzt häufig zugeschrieben wird. Würde aber ein so umfassender Unterricht nur von einem Lehrer geleitet, der bei jedem einzelnen Zweige die Entwicklung seines Zöglings in allen übrigen vor Augen hätte und unausgesetzt dahin strebte, bei der Mannigfaltigkeit der Gegenstände in ihm eine gewisse Einheit des Erkennens festzuhalten; so möchte gerade ein solcher vielseitiger Unterricht, in welchem natürlicher Weise auch die Gegenstände nach der Fähigkeit des Zöglings geordnet und behandelt sein müssten, der ange- messenste sein. Die Schule ist aber ihrem Ideale nach ein Lehrer in verschiede- nen Personen und wenn die in dieser nothwendigen Trennung der Arbeiten be- gründete Verschiedenheit der Thatigkeit jene Einheit etwas zu heeinträchtigen scheint; weil das Werk zweier demselben Ziele nachstrebenden doch nothwendig abweichend ist; so gewinnt die Schule dafür reichlich dadurch, dass die einzelnen