Aufsatz 
Der allgemeine Unterschied des römischen Lautgesetzes von dem der übrigen Sanscritasprachen : Abhandlung / [Albert Agathon] Benari
Entstehung
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vorgehen. Was das Phonetische betrifft, so habe ich cben gezeigt, welcher Unter- schied zwischen ae und ai Statt findet, etymologisch drücken sie fast stets dasselbe Verhältniss aus. Betrachten wir nun die Quellen der älteren Sprache, so finden wir den Laut gewöhnlich durch ai bezeichnet, und wir haben keinen Grund zum Zweifel, dass diese Schreibung den älteren breiteren Laut vertrete. Die späteren Inschriften zeigen gewöhnlich ae; und wenn ai nach August sich findet, (vergl. Ind. gramm. ad Grut. insr. ai) so halte ich diess viel seltener für local, als für Affectation der Alterthümlichkeit oder fur Einfluss griechischer Schrift und Gelehrsamkeit. Der Abfall vom ai zu ae herab weist nemlich über- haupt auf das viel allgemeinere Streben des Römischen, den einfachen Vocal und diesem nährt sich ae mehr als ai statt des Diphthongen zu setzen. Ilierbei aber ist ae blosses Zeichen, nicht Vertreter der Aussprache, so dass diese etwa, wie Schneider meint, a-e gewesen wäre; phonetisch würde é ge- nügen; d. h. das dunkle a ist nur Hinweisung auf den etymologischen Ursprung. Denn man muss auf das bestimmteste daran festhallten, dass römisch ae nie aus a+e, oe nie aus o+ e etymologisch entstehe, sondern stets durch Vermittelung des i oder durch Einlluss cines folgenden j. Nur in Fällen, wo jede Etymologie schwand, oder in ausländischen Worten mag es sich so finden. Wenn man coena aus ed mit alter Verwandlung des d in s vor n anführt, so ist diese Etymologie theils zweifelhaft,(man konnte auch an ag denken mit Uebergang des g in s; oder noch bequemer an àâs sitzc,) theils kann sich e oder a des Stammes schon durch Composition in i verwandelt haben. Also ursprünglich ist ai vorherrschend neben ae, was sich jedoch in einigen Worten constant hält, namentlich in aes, praeda, somit grade in solchen woj einwirkte, obwohl auch hier aiternus sich findet. Sollte sich nun neben dem breiteren Laut ai ein einfacher Diphthong finden, so wird in dieser alten Zeit ihn è vertreten; und allerdings finden wir in der Formlehre Fälle, wo wir è als Diphthong anerkennen müssen; mindestens in so- weit, als es aus a+ i entstanden ist. Ob diese Bildung innerhalb des römi- schen Bewusstseins geschehen sei, oder sich aus der Zeit vor der Trennung her- schreibe, ist freilich ungewiss. Dass der Conjunctiv Praesentis der schwachen a Conjugation aus a+ i, amémus= amaimus, entstanden sei, ist vialfach ausge- sprochen; ich habe in den Jahrbb. f. W. K. die Conjunct. der anderen Conj. so wie das Fut. der 3 und der schwachen 1 Conjugation in der Art hinzugezogen, dass sich der Conjunctiv dieser Formen vom Futuro nur durch die Abwei- chung der Contraction unterscheidet. Denn die gewöhnliche Weise der Contrac- tion bleibt im Römischen immer die Absorption des folgenden Vocales durch die Verlängerung des vorhergehenden,(ama-istis= amdstis, noissem= nôssem, amae- runt= amarunt; und nur wo Formenunterschiede nothwendig sind, wird zu einem andern Mittel gegriffen. So ist auch in amémus= amaimus, ai 2u è geworden zum Unter-

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