Aufsatz 
Der allgemeine Unterschied des römischen Lautgesetzes von dem der übrigen Sanscritasprachen : Abhandlung / [Albert Agathon] Benari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

schiede von amâmus, und ebenso hat sich Fut. legémus(= ai) im Untesschiede von regelmässigen legämus(à= ai,) gebildet. Was nun diesen Conj. legàmus betrifft, so ist er flr uns an hiesiger Stelle gleichgültig, und wird erst später zur Sprache kom- men; dass aber das Fut. legémus= lega-imus, durch die eingeschobene Wurael i, (gehen, nicht i wünschen, so wenig, wie im Conj.) gebildet sei, ist wohl keinem Zweifel mehr unterworfen. Denn wenn Bopp mit Recht bemerkt, dass die dritte Con- jugation den Bindevocal a der ersten Sanskrit Conjngalion in der Endung zu i abschwächt,(eg- i-s, leg-itis), wie denn das ganze Conjugations-System der Römer die vollen Endungen des Sanskrit in a zu i umwandelt, so folgt daraus doch nicht, dass sich das stärkere a Suffix nicht vor dem vocalisch anlautenden eingeschobenen i in seiner Stärke erbalten könne, vorzüglich da sich jene Schwächung zu i nur un- mitlelbar vor den Personalsuffixen zeigt. Darin weiche ich also jetzt von meiner ehemaligen Erklärung des Conjunct. legàmus und des Fut. legêmus für legaimus ab, dass ich das a nicht mehr als das in der II. Sanskrita-Conjugation dem i beigegebene lange à betrachte, sondern es als den Bindevocal der ersten Conjugation ansche. Denn auch die zweite, d. h. die schwache e Conjugation, hat wie die vierte, diesen ursprünglichen Bindevocal des Sanskrit Verbi erhalten, oder vielmehr das i des Con- junctivs mit ihm verbunden(doce-ä- is= doceâs, audiãis= audids); denn, dass in allen diesen Conjunctiven i enthalten sci, zeigt die einfache starke d. h. bindevo- callose Conjugation in velim, malim u. s. w. Diess führt uns aber zu einem andern Falle des diphthongisirten e, nämlich zu dem des Imperf. Conj. Die Formen ama- rem, audirem, doce-rem, vellem nemlich haben an den Charakter der Con- jugation die Silbe rem oder richtiger die Silbe sem angehängt, deren s aber zwischen zwei Vocalen sich in r verwandelte*). Dass diess so sei, und das Hülfs- zeitwort as oder es seinen anlautenden Vocal in dieser Hülfsconjugation abgeworfen habe, zeigen grade die Formen vel-lem, fer-rem, wo sich s. dem vorhergehenden Consonanten in gewohnter Weise assimilirt. Die Länge des e in amarés,-rélis, ferrémus führen darauf, dass è nicht blosser Bindevocal sein könne; andererseits schen wir dass römisch die Wurzel as beim Wegkall des a im Anlaut sich durch Bindevocale stärken kann; wie su-mus, neben Sanskr. smas; sum neben Sanskrit asmi, 2G.½⁴, und so würde die Endung rem sich allerdings durch+ im= gm erklären lassen. Es wäre freilich kürzer zu sagen, es habe sich amarem durch Anfägung der Form sim an den Präsensstamm, wie bei amave-sim durch Verbindung derselben Form mit dem Perfectstamm erzcugt; wäre nur die Veränderung des i in àè alsdann zu begreifen, denn wohl schwächt sich e zu i namentlich im Auslaut, allein

*) Diess ist so fest im Römischen, dass sich nur in einzelnen schr bestimmten Fällen Bei- spiele ſinden wo s, wenn nicht ein Buchstabe ausgefallon ist, sich erhalten habe Eben so gesi- chert wie wohl minder constant ist der Weglall des G im Gr. zwischen 2 Vocalen,