Aufsatz 
Der allgemeine Unterschied des römischen Lautgesetzes von dem der übrigen Sanscritasprachen : Abhandlung / [Albert Agathon] Benari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

auch n und eintreten können, wenn gleich freilich seltener. Uebrigens beweisen Ver- wandlungen wie os= ou, und zugleich so= ov schlagend, die Wahrheit des von Bopp §. 7. der v. G. aufgestellten Gesetzes der Intension der Vocale, da der Laut u sich dauernd gegen i erhält,(man könnte für os, oc erwarten, was auch dialectisch ist,) folglich stärker sein muss. Tritt hingegen als eines der Elemente ganz starres auf, so ist Diphtbongisirung unmöglich geworden, vielmehr macht sich der starre lange Vocal geltend, und zwar vorzugsweise der, welcher neben seiner Starrheit den gemischten Laut des flüssigen Elementes festhält, also æ+ e= n(oder à),+ o= 0, +&= 7, o+= 0. Diphthonge wie nu, u, scheinen mir nach dem was ich Seite 4 gesagt habe, mehr dem einzelnen Dialecte und der grammatischen Theorie als der leben- digen Sprache anzugehören, auch zeigt sich diess in der Augmentation auf das augen- scheinlichste*). Im Klassischen also wäre das als Grundpfeiler aufgestellte Gesetz nicht verletzt; da die Diphthongisirung immer die Gegensätze des flüssigen und starren enthält**). Das Germanische namentlich das AHD. hat aber darin einen weitern Schritt ins Unorganische gethan, dass es erstens bei Zusammentreffen des starren mit dem halb- starren, das letzte in das flissige nicht verwandelte, also Diphthonge wie oa, o, ac u. s. f. gestattete; dann aber dass es indem es häufig das a zu i schwächte, sesbst flüssiges mit flüssfgem oder starrem als Diphthong anerkannte: ui, ia, ie***); wofür das Gr. und Römische im ersten Falle einfachen langeu Vocal oder Hiatus, im zweiten Hiatus

*) sv im Augment bald ev bald nu; dass d im Aug. nu annimmt, geschieht um den Gang

der Verwandlung des a⁴νin das verschieden lautende su zu zeigen(teu); doch balte ich nd für nichts länger als su; ou braucht hingegen uicht augmentirt werden, da doch kein Umlaut bewirkt würde. Ueber die Vocale ¾,, später.

**)) Das Griech. ou dem Laut nach= ü als Diphthong, weil das Griech. das einfache u nur getrübt kennt. Ganz verschieden davon das schwächere AHlD. ou statt des älteren AHD. au, da hier das o nicht unmittelbar Vertreter des a ist, sondern durch den Einfluss des folgenden u zu o umge- autet oder abgeschwächt ward. Seine Aussprache ist sicher desshalb nicht die des einfachen Vocales sondern diphihongisirend.

2) Der Diphthong ve macht Gr. allein Ausnahme, und entspricht keines Weges dem Röm. ui worüber später. Allein gegen die Bildung dieses unorganischen Diphthongen ist erstens zu erinuern, dass meistens eine Form mit blossem U daneben läuft; zweitens dass derselbe gewöhnlich nur durch Aus- fall eines zwischen und ²(also unorganisch) entstanden ist, so bei dem Foem. Part. Perf. act. wie Boppschourichtigbemerkt; treffenhingegen undt sonst unmittelbar zusammen, so entsteht alsbald Con- traction oder sonstige Aenderung, vergl.**εα Aiyeid etc.

) Dass hier an wahren Diphthong nicht an Zweisilbigkeit oder gar an Consonantirung des

ersten Vocales zu denken sei, beweisct die Gleichgültigkeit des zweiten Elementes gegen die quantitativen Verhältnisse,(d. h. nie Unterschied zwischen iu und) worüber wir oben pag. 4 geschrieben haben.