Aufsatz 
Der allgemeine Unterschied des römischen Lautgesetzes von dem der übrigen Sanscritasprachen : Abhandlung / [Albert Agathon] Benari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

82 4

dem aber, gleichsam durchsichtig, die ursprünglichen Elemente durchschimmern. Im Sanskr. nun, wo sobald eine äussere Anregung eintritt, die einfachen Diph- thongen é und d sofort ihre Festigkeit verlieren, um in ihre Elemente sich auflösen zu können, geschieht es freilich zumeist, dass ai aus a+ e entsteht, da diess der gewöhnlichste Fall ist, wo einer der Vocale Nachdruck erhält; und zwar auf folgende Weise: Die äussere Anregung der Auflösung ist die dem Sanskrit einge- wurzelte Scheu vor Hiatus; und wie nun nach hinten aus é+ a, aya wird = a+ ia, so dass sich das zweite Element dem dritten hinzugekommenen ac- commodirt, so accommodirt sich nach vorn hin natürlich das zweite Element dem ersten zugekommenen; a+ 6= aa+ i= à+ i= äi; indem man annehmen darf, dass das erste Element nicht dadurch, dass es überhaupt lang ist, sondern dadurch dass es als das folgende absorbirend den Nachdruck bekömmt, ai entstehen lässt. Ganz gleich obwohl ein anderes Resultat gebend ist ruν ruρ˙εσα ‿̈ mOe. = riapna, von welcher die Form 7uννε(3 5e¹) sich nur so unterscheidet, dass das,

der Endung in der Contraction umlautend auf α gewirkt und es zu e gemacht hat:

... ‿ď 704pge-IB=pelt=öpec, wie diess letztere auch in 7Sσ jy 7186. ε, ciSeto oder dι6= 616G8G1= 6¹16001 der Fall ist; in Formen die sich ohne

jene Contractionsart, und die Umwandlung des« in s durch folgendes: gar nicht erklären lassen; denn wenn man zur Contraction μ̈έιν in er etwa die Ver- wandlung des Acc. pl. B.αασ☛α‿ε⁴ας in eig stellt, so zeigt dies eben von der Verwirrung jedes grammatischen Begriffes. Diess also, der Nachdruck nämlich den eines der Elemente der Diphthongen, dem anderen gegenüber hat, ist nun namentlich das Princip des gothischen ai, und au, mag es nun äi, âu oder ai, zu lesen sein; denn das ist mir an der Grimmschen Bemerkung über den Accent dieser Diphthonge

ewiss richtig, mag man von dem Einfluss des folgenden Buchstaben auch halten was man wolle, dass innerhalb des Lautes nicht beide Elemente gleichen Accent haben. Etymologisch kann demnach auch Gothisches ai und au gewöhnlich nur dem Sanskr. à und 6 höchst selten und fast nie dem ai und au entsprechen. Die zweite Conse- quenz des Unterschiedes einer Contraction des starren und flüssigen, je nach dem Unterschiede oder Gleichheit der Nachdrücklichkeit der Theile, war aber die, dass weil in é und ò beide zu einem festen Tone verschmelzen, die Sprache bald dahin komme sie als ein Einfaches zu betrachten. Ausser dem Sanskrit ist diess überall auch im Zend geschehen, indem das Gothische sich wie oben gezeigt ist, beharrlich auf einer Mittelstufe gehalten hat; und nur der Mangel der metrischen Erweismittel, könnte im Prakrit von solcher Annahme abhalten, nicht die Natur der dort vorge- nommenen Verwandlungen. Die Einfachheit eines Vocales hat aber darin vorzüglich ihren Begriff, dass dieser in sich den Gegensatz der reinen Quantität nach her- vorstellt, der in den Diphthongen schon vermittelt ist. So verrathen sich denn in