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jch ist kein Zweifel, dass das Verhältniss so zu denken sei, dass das ursprüngliche a sich entweder in i oder u schwächte, der folgende Consonant aber eine Modiſication der Aussprache erforderte die graphisch nicht anders auszudrücken war, als durch den Zusatz eines a*). Ausserdem aber zeigen sich auch in unendlich vielen andern Fällen, solche Schwächungen des Sanskr. starren Elementes in das Germ. flüssige. Wird nun i und u leichter sein, als a, wie Bopp ganz richtig gezeigt hat, so versteht es sich auch dass é und ô leichter sind als, da dieses= a+ a, jene = a+ i,= a+ u; soll sich desshalb Sanskr. à schwächen, wie diess im Gotb. Princip liegt, so versteht es sich von selbst, dass é und o die passendsten Laute sind, die nun zwar das Wesen des Diphthongen darin haben, dass ihnen durchaus der einfache kurze Vocal abgeht; darin aber die Natur des Starren, dass sie nun unauf- löslich bleiben, so dass Goth. 6+a nicht wie im Sanskr. die Silbe aya bilden könnte. Den entschiedensten Beweis der Richtigkeit dieser Ansicht bilden die wenig erhalte- nen Fälle wo Gothisch ô nicht Sanskr. à sondern einem ursprünglichen u Elemente entspricht und eben so dem Ahd. 6(a-i), wie blô-ma ganz wie flô-s auf den Stamm phul zurückzuführen ist, und wie Graff Goth. flékan dem AHD flèéhon gleichstellt. Wüährend sich also ai und au für das wurzelhafte i und u und ihre Verstärkung erhielten, zuweilen jedoch auch eine Schwächung des a ausdrücken, dürften sich é und d gewöhnlich nur für Schwächung des à(aa) in höchst seltenen Fällen jedoch auch als Verstärkung des i und u zeigen. Hierbei kann ich nicht umhin darauf aufmerksam zu machen, dass das Gothische überhaupt nicht das reine Entsprechen des langen und kurzen Vocals zu lieben scheint; denn wenn mit dem kurzen a gewöhnlich è oder ö, mit dem u sehrselten à gewöhnlicher au stimmt, so bleibt nur i übrig, für das sich ein t nicht nachweisen lässt. Hier nun tritt das obige ei ein, welches Bopp und Graff als reines i fassen, dem Grimm aber diphthongischen Laut zu geben scheint.(D. G. p. 49.)**). So viel ist gewiss, die verwandten Sprachen zeigen als enisprechend i, indess wenn ich Bopps trefflicher Darstellung zu folgen ganz unbedenklich finde, so ist doch in dieser Rücksicht nicht sowohl an eine einfache Verlängerung des 1 zu denken, sondern in den meisten Fällen, namentlich in denen die grammatische Functionen ausdrüicken, das ei als Schwächung des ersten Lautes des Diphthongen ai zu fassen, ii= 1; ganz wie bei au, welches das erste Element zu iherabsetzend in ergiebt. Dies ist dann der erste Schritt eines unorganischen Eindringens von Diphthongen, die flüssiges mit flüssigem Element vereinen, und die im Ahd. so weit gehen, dass man das ursprüngliche Gesetz kaum wieder erkennen dürfte; namentlich auch dadurch, dass es mir dort gestattet scheint, nicht bloss den einen Theil z. B. eines langen
...„ 3.: *) Zur Vergleichung diene muthmasslich, Schwächung des a in Lat. Compositis, durch r wie durch Doppelconsonanz in e verwandelt; pe- pi- gi— neben pe- pe- ri, oipera, puerperd. *) Bopp irrt, wenn er Grimm eine andere Meinung unterlegt.


