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können wir also für die Diphthongbildung als einfachstes Element, wie es sich im Sanscrit zeigt, das starre a und die flüssigen i und u annehmen, und demnach als ursprüngliches einfachstes Gesetz der Bildung aussprechen:
nur starres Element mit flüssigem bildet den mischlautenden
Diphthongen; wobei natürlich weil die Quantität innerhalb des Diphthongen schon zur Sättigung der Länge gekommen ist, auf die Quantität der einzelnen Bestandtheile nichts ankömmt. Denn es kann Ä4+ i quantitativ nicht längeres ai geben, als a+† i. Und hierin liegt schon der Unterschied von der Verbindung des Flüssigen mit dem starren oder mit einem andern flüssigen Elemente, da wenn hier eine Verwandlung geschieht, was nicht eben in allen Sanscritasprachen der Fall ist, die Quantität des letzten Elementes um desshalb allein die bestimmende bleibt, da es der Vocal ist der den quantitativen Werth der Silbe festsetzt, das erste Element aber zum Consonan- ten der Silbe herabsinkt, während das letzte den Vocalischen Laut derselben ergiebt; also für i+ a und 1+†a gibt es keinen Unterschied in der Silbe ya, wohl aber für i+ a und i+ ä, da jenes= ya dieses yà werden muss. Auch diesen Unterschied müssen wir für die Folge rücksichtlich des Germanischen fest im Auge behalten. Der Einfachheit des Sanskrits kömmt zunächst das Gothische darin gleich, dass es für das kurze starre Ele- ment auch nur den einfachen Ausdruck a hat, wie zuerst Grimm schlagend gezeigt hat. Nur darin kann ich ihm nimmermehr beitreten, dass er meint, dass im Goth. Diphthon- gen ei die Bestandtheile 1) ein in der Sprache frei nie vorkommendes e und 2) das ſlüssige i seien; obwohl ich weit entfernt bin etwa einen Triphthongen é i anzunchmen, da Triphthong nur wiederum durch Vermittelung eines starren Elementes mit dem Diphthongen, nicht durch die eines Diphthongen mit flüssigen Vocalen entste- hen könnte. Denn obwohl das Goth. à und ô von dem Sanskrit è und ô durchaus ver- schieden ist, so hat es doch nicht die Einfachheit des starren Elementes wie im Gr. Lat. Ahd. angenommen, um weitere neue Diphthongisirung zu bewirken. Es ist überhaupt überraschend, welche Stufe diese beiden Goth. Diphthongen gegen das Sanskr. einer- seits, und gegen das Röm. Gr. und auch Germanische andrerseits einnehmen. Wäh- rend wie im Sanskrit der kurze entsprechende Vocal fehlt, sind sie doch keineswegs reine Diphthongen wie dort, da ihnen selten ein wurzelhaftes i oder u entspricht, dem au und ai entgegenstehen; und wiederum wenn wie im Gr. und Lat. das Goth. ê und 6 oft dem ursprünglichen Sanskr. à entsprechen, so darf doch im Goth. in keiner Weise an ein Zerfallen des starren Elementes in die drei Laute a, e, o gedacht werden, da sonst nothwendig die Erscheinung zunächst am kurzen Vocal sichtbar werden müsste. Diese Fälle subsumiren sich aber leicht auf folgende im Gothischen zu bemerkende Gesetze. Schwäche des ursprünglichen a zu i und u sind überall im Goth. und Deutschen bemerkbar. Wenn wir Goth. z. B. au für ursprüngliches Sanscr. a und ebenso ai für denselben Laut namentlich vor r und h finden, so glaube


