Tabelle 6.
Starkenbur. V 23 dd Rheinheſſen Oberheſſen Nichtheſſen
aus Darmſtadt
353 203 87 30 15 72,7% 41,8% 18% 6,2% 3,1%
Nach vorſtehender Tabelle iſt die Zahl der Oberheſſinnen allerdings ſo gering, daß man von ihnen einen Einfluß auf die Schülerinnen der an⸗ deren Provinzen gar nicht erwarten kann. Allein wie ſchon oben feſt⸗ geſtellt wurde, ſtammen viele Eltern, die jetzt in Darmſtadt wohnen, aus Oberheſſen, und ihre Töchter zeigten noch ganz die Eigenart ihrer ober⸗ heſſiſchen Heimat, ſo daß auch der Einfluß des oberheſſiſchen Einſchlags nicht bedeutungslos wurde; ja, gar nicht ſelten übernahm ſogar dieſer oberheſſiſche Einſchlag die Führerſchaft der Klaſſe.
Der franzöſiſchen Revolution und ihren Begleiterſcheinungen verdankt, letzten Grundes auch die heſſiſche Simultanſchule ihre Entſtehung, die dem Volksſchulgeſetz von 1874 und damit der heſſiſchen Volksſchule ihr Gepräge verleiht und gegen die gerade in jüngſter Zeit wieder Sturm ge⸗ laufen wird. Wir perſönlich geben der Simultanſchule ganz entſchieden den Vorzug und würden auf Grund unſerer langen Erfahrung gerade an konfeſſionell ſtark gemiſchten Orten eine Beſeitigung der Simultan⸗ ſchule im höchſten Grade bedauern. Auch an unſerer Anſtalt hat ſich der ſimultane Charakter recht gut bewährt.
Tabelle 7.
Evangeliſch Katholiſch Israelitiſch Freireligiös Dazu 222 kath. Externe
300 180 3 1 62,4% 37% 0,5% 0,1%
Dieſe Zahlen entſprechen im großen und ganzen den Prozentſätzen, aus denen ſich die Bevölkerung Heſſens konfeſſionell zuſammenſetzt. Da aber noch 222 katholiſche Externe von 1906—1926 die Entlaſſungsprüfung beſtanden haben, ſo hat ſich dadurch, ſelbſt wenn auch nur 40— 50% dieſer Damen in den heſſiſchen Volksſchuldienſt eingetreten ſind, die An⸗ ſtellungsmöglichkeit unſerer katholiſchen Abiturientinnen weſentlich un⸗ günſtiger geſtaltet.
Auf Grund der Statiſtiken über Sterblichkeit, Invalidität und Über⸗ gang in andere Berufe kann man in normalen Zeiten den wahrſcheinlichen Prozentſatz der jährlich oder in einem beſtimmten Zeitraum aus dem Amte ausſcheidenden Lehrer berechnen und dementſprechend zur rechten Zeit für den nötigen Erſatz ſorgen. Die Lehrerinnen dagegen ſind un⸗ berechenbar, denn bei ihnen kommt zu den oben erwähnten Gründen des Weggangs noch der ziemlich hohe Prozentſatz derer, die ſich verheiraten. Soweit wir das ermitteln konnten, haben ſich von unſeren Abiturientinnen bis jetzt 92 verheiratet, das ſind über 19%. Der Prozentſatz der Ver⸗ heirateten iſt klaſſenweiſe ſehr verſchieden. In den Klaſſen von 1905 bis 1920 differiert er— normalgroße Klaſſen vorausgeſetzt— von 13— 43% der Klaſſenbeſtände. Von den Verheirateten waren 65, d. h. 70,65% evangeliſch, 26, das ſind 28,25%, katholiſch und 1= 1% israelitiſch.
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