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Von kurzer Dauer scheint Hirtzwig's Kampf mit trotzigen Eltern und-
Schülern gewesen zu seyn; denn die Unordnungen, wie die, welche auf der Orgel unter den Sonntagspredigten den 7. Juni 1617 vorgefallen waren, hatten ihren Grund im Gebäude, das mit so vielem Fremdartigen zusam- men hängt, und kommen später nicht mehr vor.
Aber sehr groſs waren die Religionsstreitigkeiten, welche über den Praeceptor IVtae Classis Matthias Bartzius ausbrachen. Sie gehören cher in eine Specialkirchengeschichte als hierher; nur des Zusammenhanges wegen muſs ich Folgendes davon erwähnen.
Bartzius, geb. zu Jülich, früher Mönch in einem Kloster zu Kölln, hernach lutherisch geworden, war den 2. Oct. 1617 als ein irrendes Schaf von den ev. luth. Predigern vorgefordert. Denn er glaubte, dafs ein Mensch den h. Geist nicht durch den Glauben empfange; daſs zwar Gottes Wort kräftig sey, aber nicht das von einem Prediger gesprochene; er hielt die Renovation eines Menschen für nöthig zur Seligkeit„auf gut wiedertäufe- risch“; er glaubte nicht, daſs ein Gottloser könne Christi Diener seyn im Predigtamte; er verneinte, daſs Gott den Menschen durch's Wort und Sa- crament zu sich ziehe, sondern es müsse der h. Geist zuvor in ihm seyn. Endlich hielt er dafür, daſs ein Neugeborner das Gesetz könne vollkom- men halten. Er wollte auch die Formula Concordiae, und die vorgelegten Theses und Antitheses nicht unterschreiben. Darum dringen die sämmtli- chen ev. luth. Prediger bey Rath auf seine Absetzung; und dieser„fleiſsige und wohl qualificirte“ Schulmann wurde sogleich der Stelle entsetzt, welche er zur Belohnung seiner bey entstandenem Tumult, wahrscheinlich im Fett- milch'schen Aufstande, mit Lebensgefahr bewiesenen Treue erhalten hatte. Er bat um die Vergünstigung wieder eine Privatschüle zu halten. Es wurde aber vom Rath decretirt, daſs er sich zuvörderst durch das Ministerium im Beyseyn der Herrn Advocaten(d. i. Syndiker) wegen beschuldigten Irr- thums in religione solle examiniren lassen. Die Prediger kamen wieder dagegen ein. Der Rath forderte auswärtige Gutachten, von den theologischen
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