Aufsatz 
Das Frankfurter Gymnasium unter dem Rector Hirtzwig. Dr. Guil. Ern. Weberi Pror. et Prof. Carmen Saeculare : Mit hoher Genehmigung Eines Hochwürdigen ev. luth. Consistoriums zeigt Die Feyer des dreihundertjährigen Jubilaeums nebst den öffentlichen Prüfungen unseres Gymnasiums ... an / Johann Theodor Vömel Rector und Professor
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Wohnung solle zugestellt werden, darinnen er seine Wohlfahrt sowohl in Annehmung vieler als weniger Knaben, welche seine privati discipuli, auch wohl convictores seyn könnten, und in andern Nutzungen haben möge.

Der hiesige Rath bat den Speyerer um die Entlassung seines Conrec- tors in einem dringenden Schreiben d. d. 3. Aug. 1616:Weil wir ver- nommen, daſs E. E. Schulen mit gelehrten Leuten dermafsen bestellt und versehen, daſs sie sein, gedachten Hirtzwigii, ohne deren Schaden wohl entrathen können; als haben wir E. E. unser christliches Vorhahen hier- durch zu erkennen zu geben nicht umgehen können, dieselben, deren Freunde, fleiſsig bittend, uns ihn vor andern gerne zu gönnen. Daran neben Beförderung des vorhabenden gottseligen Werkes uns ein sonderer und angenehmer Gefallen geschieht.

Hirtzwig war in Speyer ohne beständigen Dienst und Verpflichtung gewesen, erhielt daher seine Entlassung leicht und begab sich schon den 7. Sept. mit all' den Seinigen hierher, Schule und Wohnung einzunehmen und in officio rectorali commisso einen Anfang zu machen.

Sein Wirken an der hiesigen Schule war kräftig, verständig und viel- seitig, und, obgleich er viel wuſste, schätzte er doch an einem Schulmanne die Methode mehr als die Gelehrsamkeit. Er stellte die verfallene Disciplin wieder her; gab der Schule eine neue Einrichtung und Eintheilung; führte Decurionen ein; befreyte das Schulgebäude von störenden Einwirkungen; schrieb methodische Schulbücher; bewirkte vieles andere, das sich aus Folgendem ergeben wird; und that dieses alles unter mancherley Hemmun- gen, Gährungen, und zu den Zeiten des dreiſsigjährigen Krieges.

Es versteht sich von selbst, daſs er es nicht allein war, welcher alles gethan, was zu seiner Zeit an der Schule geschah; unstreitig hatten grofsen Antheil daran die Scholarchen, die Prediger und die Collegen. Leider aber kann man den gerechten Antheil eines jedes nicht mehr abwägen, und Hirtzwig allein muſs uns als der Repräsentant aller dama- ligen Verbesserer des Schulwesens gelten. Ueberhaupt lassen die Acten